Rüstungsindustrie wächst, aber es gibt niemanden zum Arbeiten: Studie offenbart systematischen Fachkräftemangel

Der Ukrainische Rüstungsrat und das CORE Team befragten 27 Rüstungsunternehmen. Ergebnis: Die Branche wächst schneller, als der Arbeitsmarkt sie versorgen kann.

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Ілюстративне фото: Depositphotos

Der Rüstungsindustriekomplex der Ukraine baut die Produktion aus, stößt aber an eine Grenze, die nicht durch Geld oder Verträge zu durchbrechen ist – die Humanressourcen. Dies ist die Hauptkonklusion einer Studie, die der Ukrainische Waffenrat und die Analysegruppe CORE Team nach einer Befragung von 27 Unternehmen des Sektors gemeinsam durchgeführt haben.

Das Bild innerhalb der Branche wirkt paradox: Unternehmen erhalten Aufträge, unterzeichnen Verträge, eröffnen neue Produktionslinien – und können gleichzeitig Vakanzen monatelang nicht besetzen. Der Mangel betrifft nicht nur enge Ingenieurfachrichtungen, sondern auch die mittlere Ebene des Produktionspersonals, ohne das eine Skalierung der Produktion unmöglich ist.

Mobilisierung als strukturelles Problem

Teil der Antwort liegt offen zutage: Männer im wehrpflichtigen Alter – die Hauptbasis von qualifizierten Arbeitern und technischen Fachkräften – unterliegen der Mobilisierungsgesetzgebung. Schutz für Arbeitnehmer der Rüstungsindustrie existiert, aber seine Formalisierung bleibt bürokratisch kompliziert und wird ungleichmäßig angewendet. Unternehmen, die über Ressourcen und juristische Unterstützung verfügen, bringen ihre Mitarbeiter durch diesen Prozess; kleinere Betriebe nicht.

Dies schafft eine Asymmetrie: große Marktteilnehmer konzentrieren geschützte Fachleute, während mittelständische und kleine Hersteller anfällig für plötzliche Personalverluste bleiben.

Umschulung hinkt hinterher

Das Bildungssystem reagiert bisher nicht in Echtzeit auf die Anforderungen der Branche. Universitäten und Technikums bereiten Fachleute nach Programmen vor, die nicht an die Anforderungen der Rüstungsproduktion angepasst wurden. Rüstungsunternehmen sind gezwungen, ihre Mitarbeiter selbst zu schulen – und das kostet Zeit und Geld, das die meisten von ihnen nicht im Überfluss haben.

Die Studie zeigt, dass einige Unternehmen bereits zu internen Schulungsprogrammen übergegangen sind, aber dies ist eine Entscheidung einzelner Akteure und keine systemische Reaktion des Staates.

Wachstum ohne Fundament

Die Rüstungsindustrie erhielt beispiellose Finanzierung und Nachfrage. Aber Wachstum der Produktionskapazitäten ohne entsprechende Personalausstattung – das ist eine Struktur, die unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen kann. Aufträge, die wegen Personalmangel nicht rechtzeitig erfüllt werden, stellen nicht nur ein Reputationsrisiko für Unternehmen dar, sondern beeinflussen auch direkt das Tempo der Umrüstung der Armee.

Wenn der Staat seine Politik hinsichtlich Schutz, Umschulung und Bildung nicht in absehbarer Zeit mit der tatsächlichen Nachfrage der Rüstungsindustrie synchronisiert – wird die Branche die Produktion erhöhen können, bevor der Personalmangel zu einem stärkeren begrenzenden Faktor als die Finanzierung wird?

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