Kurz — warum Sie das lesen sollten
DefTech — ein Segment, das IT und Verteidigungsindustrie verbindet. Von den Gehältern hängen nicht nur der Arbeitsmarkt, sondern auch die Einsatzbereitschaft von Projekten ab, die für die nationale Sicherheit arbeiten. Neue Daten von DOU (73 Antworten, Dezember 2025) zeigen, wo personelle Risiken entstehen und welche praktischen Schritte deren Auswirkungen mindern können.
Was die Zahlen sagen
Das durchschnittliche Gehalt eines Entwicklers im DefTech liegt bei $2850 pro Monat, das sind $480 weniger als der Durchschnitt im IT-Markt. Die Daten basieren auf 73 Antworten in der Gehaltsumfrage von DOU im Dezember 2025. Nach Schwankungen im Laufe des Jahres sind die Durchschnittswerte wieder auf das Niveau Ende 2024 zurückgekehrt.
Die Struktur der Spezialisierungen im DefTech: Embedded — 28%, Back-end und Full Stack — jeweils 19%. Durchschnittsgehälter nach Bereichen:
- Back-end — $3550 (nahe am Durchschnitt des IT-Marktes);
- Full Stack — $2400;
- Embedded — $2250 (Unterschied zum IT-Markt etwa $1250).
Nach Erfahrungsstufen: Senior im DefTech verdienen im Schnitt $3800 (um $700 weniger als ihre Kollegen am IT-Markt), Middle — etwa $450 weniger, wohingegen Junior im DefTech rund $1100 verdienen gegenüber $830 am Markt — teilweise aufgrund des höheren Anteils von Embedded- und Back-end-Positionen unter Einsteigern.
«Die DOU-Umfrage zeigt: der Mangel an Fachkräften in engen Embedded-Bereichen und die Besonderheiten der Vertragsarbeit in der Verteidigungsindustrie führen zu niedrigeren durchschnittlichen Gehältern und einer anderen Zusammensetzung der Belegschaft im Vergleich zum Gesamtmarkt»
— Vertreter von DOU, Analyst der Studie
Subjektive Bilanz: Wie sich die Entwickler selbst fühlen
68% der DefTech-Mitarbeitenden gaben an, dass ihr Gehalt unter dem Marktniveau liegt, 25% halten die Bezahlung für ihrer Qualifikation angemessen, 7% — für überdurchschnittlich. Das typische Alter eines Spezialisten liegt bei 28 Jahren. Die Mehrheit arbeitet in Kiew und in Produktunternehmen. Beim Mobilisierungsstatus unter Männern: 55% haben eine Reservierung, 28% — einen Aufschub. Zur Arbeitsform: 30% — vollständig im Büro, 44% — hybrid, 27% — remote.
«Wenn man die strukturellen Besonderheiten des DefTech nicht berücksichtigt — enge Stacks, begrenzte Möglichkeiten für Remote-Arbeit und Zyklen staatlicher Aufträge —, riskieren wir, kritische Fachkräfte zu verlieren oder die Ausbildung neuer Spezialisten zu verzögern»
— Oleksandr Kravchenko, Recruiter in einem spezialisierten DefTech-Unternehmen
Warum die Gehälter niedriger sind und welche Folgen das hat
Die Gründe für das niedrigere Durchschnittsgehalt im DefTech sind rational: Haushaltszyklen und Staatsverträge, ein hoher Anteil an Embedded-Entwicklung (die historisch niedrigere Durchschnittssätze gegenüber Cloud- und Produkt-IT aufweist), sowie Einschränkungen bei der Remote-Arbeit und strenge Sicherheitsanforderungen. Gleichzeitig drückt die Zusammensetzung der Belegschaft (mehr Junior in spezifischen Bereichen) den Durchschnitt nach unten, obwohl die Bezahlung für Junior-Positionen manchmal höher ist als am Markt.
Folgen: Risiko des Abwanderns erfahrener Senior-Spezialisten zu privaten Produktunternehmen oder ins Ausland; Verlangsamung der Umsetzung kritischer Verteidigungsentwicklungen; Bedarf an zusätzlichen Investitionen in Ausbildung und Zertifizierung.
Was getan werden kann — praktische Schritte
Die Lösungen sind offensichtlich und pragmatisch: wettbewerbsfähige Vergütungen für Schlüsselrollen mit internen Ausbildungsprogrammen verbinden, Partnerschaften mit Universitäten stärken, internationale Zuschüsse und Investitionen in R&D anziehen. Das sind keine sofortigen, aber systemischen Maßnahmen, die Kompetenz in einem Sektor erhalten, der für die Sicherheit kritisch ist.
Die DOU-Daten geben ein klares Signal: Mangel und Ungleichgewicht bei der Bezahlung sind nicht nur ein HR-Problem. Es ist eine Frage der operativen Leistungsfähigkeit. Solange Investoren und staatliche Auftraggeber Entscheidungen treffen, wird die Personalpolitik im DefTech bestimmen, wie schnell und in welcher Qualität technische Lösungen für die Front entstehen.
Nun sind die Unternehmen und Partner am Zug: Können sie ihre Erklärungen in gezielte Investitionen in Menschen verwandeln?