Bucha gehört zu sieben: Wie das Veteranenministerium ein Netzwerk von Rehabilitationszentren aufbaut — und warum die Stadtauswahl bislang keine Regeln hat

In Butscha wird ein regionales Veteranengelände errichtet – das erste dieser Größenordnung in der Region Kyjiw. Doch hinter dem ehrgeizigen gesamtstaatlichen Plan verbirgt sich eine offene Frage: Nach welchem Prinzip wählt der Staat aus, wo gebaut werden soll und wo nicht.

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Der Bau eines Veteranenzentrums in Bucha ist kein lokales Gemeinschaftsprojekt. Die Stadt wurde einer von sieben Pilotstandorten des landesweiten Programms des Ministeriums für Veteranenangelegenheiten, neben Kryvyi Rih, Luzk, Zhytomyr, Uzhhorod, Kremenchuk und Ivano-Frankivsk. Mit anderen Worten: Bucha ist eine Art Test-Case – wenn es hier funktioniert, wird das Modell im ganzen Land verbreitet.

Was wird gebaut und für wen

Das Zentrum wird zwei funktionale Bereiche haben: physische Rehabilitation und psychologische Unterstützung, soziale Betreuung, Schulung und Arbeitsvermittlung. Es sind Coworking-Räume und Zimmer für Einzelarbeit vorgesehen. Das Konzept sieht einen Raum für Veteranen und Veteraninnen sowie ihre Familien aus der ganzen Kiewer Region vor, nicht nur für Bucha-Bewohner.

Die Finanzierung verläuft über drei Kanäle: staatliche Subvention, Gebiets- und Lokalhaushalt. Die Regierung hat eine zwingende Bedingung festgelegt: Der Lokalhaushalt muss mindestens 40% der Baukosten decken. Für die Bucha-Gemeinde, die die Besatzung durchlitten hat und ihre Infrastruktur immer noch wiederherstellt, ist dies keine symbolische Beteiligung.

Symbolischer Ort, reales Problem

Die Wahl Buchas ist symbolisch verständlich – die Stadt wurde zu einem Synonym für russische Grausamkeit in diesem Krieg. Aber wie Analysten vermerken, wurde die Geographie des Baus vom Ministerium für Veteranenangelegenheiten bislang nicht öffentlich begründet. Es fehlt eine Ordnung für die Auswahl der Gemeinden und eine Bewertung der Bedarfe. Faktisch wirken zwei Kriterien: das Vorhandensein eines Grundstücks und die Bereitschaft zur Kofinanzierung – das heißt, es gewinnen nicht diejenigen, die es am meisten brauchen, sondern diejenigen, die es sich leisten können.

„In der Ukraine funktionieren bereits über 150 Veteranenzentren. Deren Unterstützung und Vereinheitlichung hätte für den Einzelnen einen größeren Effekt"

Analysten zum Programm des Ministeriums für Veteranenangelegenheiten

Umfang und Mittel

Für sieben Pilotobjekte hat der Staat 2025 450 Millionen Griwnja bereitgestellt. Im Jahr 2026 wächst der Haushalt auf fast 1,1 Milliarde Griwnja – mit der Absicht, 15 bis 20 neue Zentren zu eröffnen, wie Ministerin Natalija Kalmykowa erklärte. Parallel dazu genehmigte das Kabinett Subventionen für das nächste Jahr, die es ermöglichen werden, das Modell auf alle Regionen auszuweiten.

In Bucha selbst wurde der Bau in der Kyjiwo-Myrozka-Straße von Gerichtsstreitigkeiten begleitet: Das Wirtschaftsgericht Kiew verpflichtete den Auftragnehmer LLC „BK-Budgrupp", 1,47 Millionen Griwnja zurückzuerstatten, die rechtswidrig als Mehrwertsteuer in die Verträge aufgenommen wurden – entgegen den Bestimmungen der Abgabenordnung.

Was kommt als Nächstes

Das Ministerium für Veteranenangelegenheiten baut ein zentralisiertes Modell auf: Standardarchitekturprojekt, einheitliche Standards, Kontrolle von oben. Der Vorteil ist Qualitätsverlässlichkeit. Das Risiko besteht darin, dass sich das Netzwerk dort ausbreitet, wo es Geld und Land gibt, nicht dort, wo sich die höchste Konzentration von Veteranen ohne Zugang zu Rehabilitation befindet.

Wenn die sieben Pilotzentren bis Ende 2025 tatsächlich eröffnet werden und funktionieren – wird das Programm ein Argument für die Skalierung erhalten. Wenn nicht, oder wenn sie aufgrund von Fachkräftemangel nur halb besetzt sind, wird die Frage nach der Zweckmäßigkeit von Neubauten statt der Unterstützung der bereits existierenden 150+ Zentren für das Ministerium unbequem.

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