Am 19. Juli führte Russland einen massiven Raketenangritt auf den Bezirk Bucha in der Region Kiew durch. Unter den betroffenen Objekten war ein Lagerhaus im Dorf Bilogorodka, das UNICEF gemäß Vertrag zur Lagerung von Hilfsgütern nutzte. Das Lagerhaus brannte vollständig ab.
Was sich darin befand
Zum Zeitpunkt des Angriffs lagerten in dem Gebäude über 106.000 Gütereinheiten im Gesamtwert von etwa 3,9 Millionen Dollar. Wie UNICEF in einer offiziellen Erklärung bestätigte, waren unter den zerstörten Gütern Generatoren, Trinkwasservorräte, Hygienekits und Wasserspeichertanks.
„Am 19. Juli wurde das Lagerhaus in Bilogorodka, das unter Vertrag mit UNICEF betrieben wird, durch Angriffe der russischen Streitkräfte schwer beschädigt, was zur Zerstörung von Hilfsgütern für Kinder und Familien führte, die unter dem Krieg in der Ukraine leiden".
— Offizielle Erklärung von UNICEF
Die Organisation betonte besonders: Diese Vorräte waren für die frontnahen Gemeinden kritisch wichtig — besonders mit Blick auf die Vorbereitung auf den Winter. Nach Angaben von UNICEF ist die Bewertung des vollständigen Schadensumfangs noch nicht abgeschlossen.
Kontext des Angriffs
In der Nacht zum 19. Juli feuerte Russland etwa 40 ballistische Raketen auf die Region Kiew ab — „Iskander-M", „Zirkon" und Flugabwehrraketen vom Typ „S-400", die als Angriffswaffen eingesetzt werden. Derselbe Angriff zerstörte den Logistikkomplex Amtel mit einer Fläche von über 100.000 Quadratmetern — einer der größten in der Nähe von Kiew. Über 200 Rettungskräfte, 73 Fahrzeuge und drei Hubschrauber waren an der Brandbekämpfung beteiligt. Zwei Menschen wurden verletzt.
Reaktion des Ombudsmans
Der Beauftragte des Parlaments für Menschenrechte Dmytro Lubinets qualifizierte den Angriff als Verstoß gegen das internationale humanitäre Recht.
„Angriffe auf humanitäre Objekte und Mitarbeiter humanitärer Missionen sind grobe Verstöße gegen das internationale humanitäre Recht. Wenn diejenigen, die Hilfe an Kinder und Zivilisten bringen, unter Beschuss geraten, greift Russland nicht nur die Infrastruktur an, sondern die Möglichkeit selbst, Leben zu retten".
— Dmytro Lubinets, Ombudsman der Ukraine
UNICEF ist langjähriger Partner des Büros des Ombudsmans. Nach Angaben von Lubinets ist der Angriff auf das humanitäre Lagerhaus ein Angriff auf diejenigen, die Leben retten.
Dies ist kein Einzelfall
Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) hat festgestellt, dass parallel humanitäre Organisationen Nothilfe nach den Angriffen leisteten und Güter zu frontnahen Gemeinden in der Region Cherson transportierten. Nach Angaben der UN erschweren Angriffe auf humanitäre Infrastruktur systematisch den Zugang von Hilfe zu denjenigen, die sie am meisten brauchen.
Das Lagerhaus in Bilogorodka ist nicht das erste humanitäre Objekt, das in diesem Krieg zerstört wurde, aber eines der größten in Bezug auf Verluste bei einem einzigen Angriff. Die Frage ist nicht, ob UNICEF die Vorräte ersetzen wird — die Organisation führt bereits eine Schadensbeurteilung durch. Die Frage ist vielmehr, ob eine neue Hilfslieferung die frontnahen Gemeinden vor Beginn der Heizperiode erreichen wird — wenn die logistischen Knotenpunkte in der Nähe von Kiew weiterhin Ziele bleiben.