SBU nimmt GRU-Agenten fest, der Anschläge auf Kiewer Wärmekraftwerke plante — Risiko großflächiger Stromausfälle verringert

Der Sicherheitsdienst vereitelte feindliche Aufklärung in der Nähe einer Energieanlage: Einem Agenten wurde aufgetragen, den Zustand eines Wärmekraftwerks nach früheren Treffern zu dokumentieren und in Echtzeit neue Angriffe zu korrigieren — die Folgen hätten Tausende von Haushalten treffen können.

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Kurz

Der Sicherheitsdienst der Ukraine hat in der Region Kiew einen Agenten der russischen Militäraufklärung festgenommen, der im Auftrag seiner Ansprechpartner neue Raketenangriffe auf Wärmekraftwerke (ТЕС) der Hauptstadtregion vorbereiten sollte. Die Operation fand während einer unmittelbaren Aufklärung in der Nähe eines der Energieobjekte statt — bei der Festnahme konnte dem Beschuldigten ein Smartphone mit Fotodokumentation und Chatverläufen sichergestellt werden.

Einzelheiten des Falls

Den Angaben der Ermittler zufolge handelt es sich um einen 26‑jährigen Einwohner des Rajons Fastiw, der zuvor eine Strafe wegen Mordes an einer Minderjährigen verbüßt hatte. Er geriet durch Telegram‑Kanäle zur Suche nach „leichten Verdienstmöglichkeiten“ in das Visier russischer Geheimdienste und erklärte sich in Aussicht auf eine schnelle Belohnung bereit, Aufgaben zur Zielkorrektur von Angriffen auf die Energieinfrastruktur durchzuführen.

Laut den Strafverfolgungsbehörden sollte der Täter heimlich den Perimeter eines der Wärmekraftwerke umrunden, den technischen Zustand nach dem vorherigen Beschuss dokumentieren und den Auftraggebern in Echtzeit Fotomaterial und Einschätzungen zum Zustand der Anlagen übermitteln. In seinem Telefon fanden die Ermittler einen anonymen Chat mit einem russischen Betreuer sowie die Funktion für verschwindende Nachrichten.

"Der Festgenommene sollte Luftangriffe auf die Energieinfrastruktur korrigieren, mit dem Ziel, Stromausfälle und die Störung der Wärmeversorgung eines beträchtlichen Teils der Region herbeizuführen."

— Sicherheitsdienst der Ukraine

Warum das wichtig ist

Die Energieinfrastruktur ist ein direktes Ziel systematischer Angriffe, weil von ihr die Arbeit von Krankenhäusern, die Wärme‑ und Wasserversorgung, die Logistik und die kritische Infrastruktur einer Stadt abhängen. Die Aufklärung des Zustands von TЕС nach vorherigen Angriffen lieferte dem Gegner technische Informationen für die präzise Planung weiterer Raketenangriffe und damit verbunden großflächiger Abschaltungen.

Die Festnahme verhinderte die unmittelbare Übermittlung solcher Daten und verringerte das Risiko geplanter Abschaltungen — das ist kein emotionaler Triumph, sondern ein konkreter taktischer Erfolg zur Verhinderung von Schäden an kritischer Infrastruktur.

Rechtlicher Rahmen und Folgen für den Verdächtigen

Die Ermittler haben gegen den Beschuldigten einen Haftbefehl gemäß Teil 2 des Art. 111 des Strafgesetzbuchs der Ukraine (Staatsverrat, begangen unter den Bedingungen des Kriegsrechts) erlassen. Der Festgenommene befindet sich in Untersuchungshaft ohne Recht auf Hinterlegung einer Kaution; die Sanktion sieht lebenslange Freiheitsstrafe mit Vermögenskonfiskation vor.

Kontext: Anwerbemethoden und verwandte Fälle

Das Vorgehen — Anwerbung über Telegram‑Kanäle, Versprechen schneller Belohnungen und Nutzung anonymer Chats mit verschwindenden Nachrichten — entspricht erprobten Praktiken russischer Aufklärungsdienste zur Rekrutierung verwundbarer Personen. Das ist ein Signal an Sicherheitsdienste und Betreiber von Kommunikationsdiensten: offene Kommunikationsplattformen dienen weiterhin als Rekrutierungskanal für Sabotageakte.

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen berichteten SBU und Nationalpolizei auch über einen weiteren Vorfall: Am 16. Februar wurde in Odessa ein Auto in die Luft gesprengt, der Besitzer — in diesem Fall der mutmaßliche Täter, ein 33‑jähriger Einwohner Odessas — wurde verletzt; auch er war über Telegram rekrutiert worden und hatte Anweisungen von einem russischen Betreuer erhalten.

Wie geht es weiter

Die nächsten Schritte sind ein Gerichtsverfahren und die Arbeit der Sicherheitsdienste, die Anwerbekanäle zu durchtrennen und den Schutz des Energiesystems zu verstärken. Für die Bevölkerung ist die Botschaft wichtig: in Messengern angekündigtes „leichtes Geld“ kann eine Falle sein, die zu schweren strafrechtlichen Konsequenzen und zur Gefährdung von Hunderten von Menschenleben führt.

Offen bleibt die Frage: Reichen die derzeitigen Maßnahmen aus, um solche Anwerbenetze systematisch zu neutralisieren, und was kann schon heute unternommen werden, um das Risiko ähnlicher Versuche zu verringern?

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