Drohnenausstellung unter freiem Himmel — und die Ballistik des „Iskander": Was in der Region Bucha schiefgelaufen ist

Russland griff einen privaten Schießplatz im Bezirk Bucha während der Ausstellung von Verteidigungssystemen „Armada" an — 10 Tote, etwa 100 Verletzte. Die Staatsanwaltschaft leitete zwei Ermittlungsverfahren ein: Kriegsverbrechen und mögliche Fahrlässigkeit der Organisatoren.

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Am 24. Juli führte Russland mittags einen ballistischen Raketenanschlag mit „Iskander"-Raketen auf einen Privatplatz im Bezirk Bucha in der Region Kiew durch. Zum Zeitpunkt des Anschlags fand dort die Ausstellung von Rüstungsprodukten „Armada" statt – dutzende Unternehmen präsentierten unbemannte Systeme und andere Waffen.

Was über den Anschlag bekannt ist

Nach Aussagen des Generalstaatsanwalts Ruslan Kravchenko starben 10 Personen, etwa 100 weitere erlitten Verletzungen unterschiedlichen Schweregrades. Der Sprecher der Luftstreitkräfte Yuriy Ignat präzisierte, dass das Objekt ein privater Sportkomplex ist und nicht zur militärischen Infrastruktur gehört. Die Kiewer Gebietsverwaltung bestätigte den ballistischen Anschlag auf den Bezirk Bucha.

„Der Anschlag auf einen der Plätze, auf dem die Waffenschau stattfand, war sehr schwerwiegend. Wir haben Tote und Zerstörungen"

Valeriy Borovyk, Gründer von First Contact, Kampfteilnehmer

Die Ausstellungsteilnehmerin Yuliya Gershun berichtete, dass es vier aufeinanderfolgende Anschläge gab, und dass es vor Ort keine Kommunikation gab – weshalb der Krankenwagen keinen Anruf sofort erhalten konnte. Nach ihren Aussagen brannten Autos, und auf dem Platz befanden sich dutzende Unternehmen.

Zwei Strafverfahren

Das Büro des Generalstaatsanwalts eröffnete gleichzeitig Verfahren unter zwei Artikeln. Das erste – unter Art. 438 des Strafgesetzbuches der Ukraine (Kriegsverbrechen, Verletzung der Kriegsgesetze und -gebräuche). Das zweite – unter Teil 3 von Art. 367 des Strafgesetzbuches wegen möglicher unsachgemäßer Erfüllung von Dienstpflichten bei der Organisation der Veranstaltung.

Wie Zaxid.net berichtet, muss die Ermittlung klären: wer beschloss, die Ausstellung durchzuführen, wer den Ort und die Zeit genehmigte, welche Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen waren und ob die Risiken unter Kriegszustand bewertet wurden.

Offene Registrierung – Verwundbarkeit oder Grund?

Die Ankündigung der Ausstellung „Armada" war öffentlich zugänglich im Internet. Der genaue Ort wurde nicht öffentlich bekannt gegeben, aber wie TSN berichtet, klären Strafverfolgungsbehörden die Umstände eines möglichen Informationslecks über Ort und Zeit der Veranstaltung. Der militärische Telegram-Kanal „Mykolayivsky Vanek" vermutete, dass die Daten durch die Online-Registrierung von Teilnehmern nach Russland gelangen könnten.

Der Berater des Präsidenten für Technologieentwicklung in der Verteidigung Sergiy Beskrestnov („Flash") erklärte, dass er die Ausstellung nicht besuchte – bewusst wegen der Sicherheitsrisiken. Nach seinen Aussagen finden solche Veranstaltungen in der Ukraine regelmäßig statt, und er besucht nur diejenigen, bei denen die erforderlichen Sicherheitsprotokolle eingehalten werden.

Dies ist nicht der erste solche Fall: wie Focus erinnert, traf eine russische Rakete vor drei Jahren eine Drohnenausstellung in Chernihiv – damals versammelten sich auch Vertreter der Rüstungsindustrie.

Offene Frage

Die Staatsanwaltschaft führt beide Verfahren parallel, aber die eigentliche Frage der Verantwortung bleibt offen: Falls die Ermittlung zeigt, dass die Organisatoren die Risiken nicht bewertet haben und keine grundlegenden Sicherheitsprotokolle sichergestellt haben – wird dieser Fall zu einem Präzedenzfall, der die Standards für die Durchführung von Verteidigungsveranstaltungen während des Kriegszustands ändern wird, oder wird die Sache mit Anklagepunkten ohne systematische Änderungen abgeschlossen?

Weltnachrichten

Krieg

In den ersten zwei Juliwochen führte Russland 17 Anschläge auf Zivilschiffe und 23 Angriffe auf Häfen durch – und am 22. Juli stand der Schifffahrtskorridors inmitten der Erntezeit zum ersten Mal leer. Außenminister Sybiha vergleicht dies mit der iranischen Blockade der Straße von Hormus: die gleichen Instrumente, die gleichen Opfer, aber unter Beschuss steht nicht Öl, sondern Getreide.

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