Wenn BYD seine Elektroautos in China um 30% und mehr verbilligt – das ist kein Marketing. BYD verzeichnete Ende 2025 drei Monate in Folge einen Rückgang der Inlandsverkäufe, und der Exportrekord im März ist eine direkte Folge genau dieses Drucks. Die Hersteller erobern nicht so sehr die Welt, sondern suchen nach einem Ausweg für überschüssige Kapazitäten.
Was hinter der Zahl 349.000 steckt
Nach Angaben des chinesischen Verbands der Pkw-Hersteller, die Bloomberg anführt, exportierte China im März 349.000 Elektro- und Hybridfahrzeuge – doppelt so viel wie vor einem Jahr. Etwa ein Drittel davon stammt von BYD. Zu den drei größten Exporteuren zählen auch Geely und Chery.
China hat Japan als größten Autohersteller der Welt überholt – dank Rekordlieferungen von Elektroautos und des rasanten Wachstums von BYD, Chery und anderen Herstellern, obwohl Zölle die Schlüsselmärkte in Europa, Mexiko und dem Nahen Osten verändert haben.
Zölle gestoppt – stattdessen das Produkt geändert
Als die EU im Oktober 2024 Zölle von bis zu 45% auf chinesische Elektroautos einführte, war die Logik Brüssels einfach: teurer – weniger Käufe. Doch chinesische Hersteller reagierten mit einer Sortimentsumstellung.
«Zölle waren nur auf vollelektrische Autos anwendbar. Plug-in-Hybride unterlagen nur dem Standardzoll von 10%.»
Carbon Credits, Analyse der Dynamik des chinesischen EV-Exports
Chinesische Autohersteller orientierten sich schnell auf Plug-in-Hybride um. Ihr Export nach Europa stieg in einem bestimmten Zeitraum 2025 um das Sechsfache im Jahresvergleich. In Hybrid-Kategorien erreichten chinesische Marken einen Marktanteil von über 13% auf dem Markt der EU, der EFTA und Großbritannien – und überholten erstmals koreanische Hersteller.
Allerdings zeigen CEPR-Forscher: Der Anteil chinesischer EVs am EU-Markt fiel von etwa 55% Anfang 2024 auf etwa 42% Mitte 2025 – doch eine ähnliche Dynamik wurde auch in Ländern ohne Zölle wie Norwegen und der Schweiz beobachtet. Dies deutet darauf hin, dass die Verlangsamung globale Tendenzen widerspiegelt und nicht nur die Handelspolitik der EU.
Wohin geht der Strom, wenn nicht nach Europa
Während Brüssel die Zölle beibehält, orientiert China die Ströme aktiv um. In Südostasien bestehen die drei größten chinesischen Exporteure aus BYD, Geely und Chery. In Südamerika führen BYD und Chery mit großem Vorsprung unter den Lieferanten.
Parallel investieren die Hersteller in lokale Produktion – um Zollbarrieren ganz zu vermeiden. BYDs Annäherung an den ersten Platz in der Exporteurliste erfolgt trotz der Expansion der Produktionskapazitäten von BYD außerhalb Chinas.
Warum das über den Automarkt hinaus wichtig ist
Etwa jeder fünfte chinesische Autoexport ist ein Elektroauto oder Plug-in-Hybrid. Allein in den ersten neun Monaten 2025 verschiffte China Elektrofahrzeuge im Wert von etwa 48 Milliarden Dollar.
Für Verbraucher in Ländern ohne Schutzmaßnahmen bedeutet das eines: Billigere Elektroautos sind unterwegs. Für japanische und koreanische Hersteller – sinkende Gewinne und der Verlust von Positionen dort, wo sie noch vor kurzem dominierten. Japanische Autohersteller spürten den Druck: Gewinne sanken, die Kapazitätsauslastung schwächte sich ab – und die Herausforderung betrifft nicht nur Zölle, sondern die grundlegende Wettbewerbsfähigkeit im EV-Zeitalter.
Wenn die EU und die USA den Zollschutz auf Hybride nicht ausweiten – und Verhandlungen darüber laufen – könnte der nächste Rekord des chinesischen Exports noch schwerer zu bestreiten sein.