387 Millionen für 9000 gefällte Bäume: Staatsanwaltschaft reicht Rekordklage gegen «Wälder der Ukraine» ein

Die Staatsanwaltschaft Iwano-Frankiwsk fordert von einem Staatsunternehmen Schadensersatz für illegale Holzeinschläge im Nationalpark „Huzulien" — die Ermittlungen haben ergeben, dass das Schema lange Zeit unter dem Vorwand gefälschter Genehmigungen zur „Waldgesundung" ablief.

108
Teilen:
Фото: Офіс генпрокурора

Die Staatsanwaltschaft der Region Iwano-Frankiwsk hat beim Handelsgericht eine Klage gegen das Staatsunternehmen „Wälder der Ukraine" eingereicht und fordert eine Entschädigung von 386,9 Millionen Hrywnja für Schäden durch Holzeinschlag im Gebiet des Nationalparks „Hutsulyschyna". Nach Angaben des Büros des Generalstaatsanwalts ist dies die größte Klage im Bereich der Waldschutzmaßnahmen in der modernen Praxis der ukrainischen Staatsanwaltschaften.

Wie das Schema funktionierte

Von April bis Dezember 2022 führte das damalige Kutsker Forstwirtschaftsunternehmen – eine Struktureinheit des DSGP „Wälder der Ukraine" – illegal über 9000 Bäume auf dem Gebiet der Forstreviere Jabluniwski und Beresiwski ab. Nach Angaben des DBR, das die Vorermittlungen durchführte, organisierten zwei ehemalige Unternehmensleiter zusammen mit dem Leiter einer Abteilung und einem Ingenieur ein Schema zur illegalen Ausstellung von Holzeinschlagsscheinen.

Die Beamten überschritten systematisch ihre Dienstbefugnisse, indem sie illegale Genehmigungen angeblich zur Verbesserung der Wälder im Nationalpark „Hutsulyschyna" ausstellten.

Büro des Generalstaatsanwalts

Das Schlüsselinstrument des Schemas waren fiktive „Sanitärhiebe": ein formell legaler Mechanismus zur Entfernung kranker oder beschädigter Bäume, der in diesem Fall ohne notwendige Grenzen und echte Gründe angewandt wurde. Die Ermittlungen stellten 59 auf diese Weise ausgestellte Holzeinschlagsscheine fest. Unter den Einschlag fielen wertvollen Baumbestände im Gebiet der Natur- und Landschaftsschutzfonds – auf einer Fläche von über 195 Hektar.

Das Ausmaß ist größer als in der Klage

Die Zivilklage von 387 Millionen betrifft nur einen Teil der dokumentierten Episoden. Ein separates Strafverfahren, das das DBR leitet, umfasst einen größeren Umfang: Im September 2025 wurden neun Beamten bereits Vorwürfe wegen Schäden von 721 Millionen Hrywnja mitgeteilt. Bei der Untersuchung von 195 Hektar des Nationalparks dokumentierten die Ermittler 13.194 illegal gefällte Bäume. Die Anklageschrift gegen vier unmittelbare Beteiligte des Schemas wurde bereits dem Gericht eingereicht – ihnen droht bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe wegen Amtsmissbrauches.

  • über 9000 Bäume – Umfang des Holzeinschlags im Rahmen der Klage
  • 13.194 Bäume – Gesamtzahl, die die Ermittlungen auf 195 Hektar festgestellt haben
  • 59 Holzeinschlagsscheine – dokumentarische Grundlage des Schemas
  • 387 Millionen Hrywnja – Summe der Zivilklage
  • 721 Millionen Hrywnja – Schäden im Strafverfahren des DBR

Verdacht besteht – Schadensersatz fraglich

Die Handelsklage wurde gegen eine juristische Person – DSGP „Wälder der Ukraine" – eingereicht und nicht gegen konkrete natürliche Personen. Das bedeutet, dass die Schäden, wenn das Gericht diese bestätigt, vom Staatsunternehmen aus dem Staatshaushalt gedeckt werden – tatsächlich zahlt sich der Staat selbst, wenn das parallele Strafverfahren nicht mit einer Konfiszierung von Vermögenswerten oder mit einer Eintreibung von konkreten Beamten endet.

Wenn das Gericht die Klage zulässt, aber der Urteilsspruch im Strafverfahren keine Regressansprüche gegen die verantwortlichen natürlichen Personen vorsieht, könnten die tatsächlichen Urheber des Schemas eine Vermögenshaftung vermeiden und die Schadensersatzleistung würde auf den Schultern der Steuerzahler lasten.

Weltnachrichten

Politik

Unbekannte haben im Namen des Leiters des Präsidentenbüros Kyrylo Budanow Schreiben an Diaspora-Organisationen verschickt und darin um Unterstützung bei der „Rückkehr von Ukrainern in die Heimat" gebeten — und wählten dafür einen Moment, in dem Budanow tatsächlich öffentlich von der Rückkehr von Bürgern als strategische Priorität spricht.

2 Stunden vor