Zwei Tage Angriffe — Fakten
Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden von «Нафтогаз» Сергій Корецький wurden in den letzten zwei Tagen auf zwei Anlagen des Unternehmens in den Regionen Charkiw und Tschernihiw insgesamt rund 60 Angriffs‑Drohnen eingesetzt. Es handelt sich um einen Schlag gegen ein gasförderndes Unternehmen und um einen Treffer an einer der Gasspeicheranlagen.
"Seit zwei Tagen dauern die Angriffe auf Gasspeicher und Produktionskapazitäten in der Region Charkiw und Tschernihiw ununterbrochen an. Insgesamt wurden rund 60 Angriffs‑Drohnen eingesetzt. Es gibt Zerstörungen."
— Сергій Корецький, Vorstandsvorsitzender der НАК «Нафтогаз»
Der Bürgermeister von Nischyn, Олександр Кодола, bestätigte den Drohnenangriff und berichtete von Einschlägen im Bereich der Stadt, jedoch außerhalb der Gemeindegrenzen.
"Ein Drohnenangriff und Einschläge im Bereich der Stadt wurden registriert; in der Gemeinde gibt es keine Verletzten."
— Олександр Кодола, Bürgermeister von Nischyn (Oblast Tschernihiw)
Warum das wichtig ist
Нафтогаз fördert über 80 % des Erdgases in der Ukraine; die Hauptkapazitäten sind im Osten konzentriert — in den Oblasten Poltawa und Charkiw. Angriffe auf Förderung und Speicher gefährden nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Reserven, die Logistik für Einlagerung und Verteilung des Brennstoffs, was direkte Auswirkungen auf die Stabilität der Heizperiode und die Versorgung industrieller Abnehmer hat.
Energieexperten weisen darauf hin, dass solche Angriffe Teil einer Strategie zur Untergrabung kritischer Infrastruktur, zum Testen des ukrainischen Luftabwehrsystems und zur Erzeugung zusätzlicher Belastungen für Logistik- und Instandsetzungsdienste sind. Dies entspricht zuvor beobachteten Angriffsmustern auf den Energiesektor im Verlauf dieses Krieges.
Folgen und was als Nächstes zu wissen ist
Unmittelbare Folgen sind die Beschädigung von Anlagen sowie der Bedarf an Schadensbewertung, Evakuierung von Technik und Reparaturarbeiten. Zu den mittelfristigen Risiken zählen ein geringeres Einlagerungsvolumen in unterirdische Speicher und potenziell höhere logistische Kosten für die Gaslieferung zum Markt.
Die Antwort besteht aus einer Kombination von Maßnahmen: schnelle Wiederherstellung kritischer Infrastruktur, Verstärkung der Luftabwehrsysteme in verwundbaren Gebieten und Koordination mit internationalen Partnern bezüglich Lieferung von Ausrüstung und Reservebrennstoffen. Analysten raten, die offiziellen Mitteilungen von «Нафтогаз» und die Regierungsentscheidungen zur Stabilisierung der Reserven zu verfolgen.
Fazit
Angriffe auf Energieanlagen bedeuten nicht nur Zerstörung: Sie sind ein Belastungstest für das Energiesicherungs‑System des Landes. Nun sind die Betreiber, die Regierung und die Partner am Zug: Ob es gelingt, die Folgen schnell zu beseitigen und den Schutz zu verstärken, entscheidet über die Belastbarkeit der Versorgung in den kommenden Monaten.