Australien verhängt das umfassendste Sanktionspaket gegen Russland seit 2022 – Schlag gegen Energie, Banken und Kryptowährungen

Surgutneftegaz, die Fluggesellschaft S7, rund fünfzig Banken und mehrere Krypto‑Plattformen sind von Sanktionen betroffen. Was das für die Einnahmen des Kremls und die Sicherheit der Ukraine bedeutet – wir analysieren es Punkt für Punkt.

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In der großen Diplomatie zählen nicht laute Erklärungen, sondern konkrete Schritte

Am Dienstag, dem 24. Februar, kündigte die Regierung Australiens die Verhängung gezielter Sanktionen gegen 180 natürliche und juristische Personen sowie gegen mehrere Schiffe der „Schattenflotte“ an, die mit Russland in Verbindung stehen. Außenministerin Penny Wong bezeichnete dies als das größte Sanktionspaket Australiens seit Februar 2022. Für die Ukraine ist das nicht nur symbolische Solidarität, sondern ein pragmatischer Schritt, der die Finanzströme des Aggressors beschneidet.

Was genau von den Beschränkungen betroffen ist

Die Sanktionen betreffen Schlüsselbranchen: Finanzen, Verteidigung, Luftfahrt, Energie, Verkehr und Technologie. Zu den Namen und Marken gehören Surgutneftegaz, die Fluggesellschaft S7, rund fünfzig Banken sowie die Elite-Drohneneinheit «Rubikon». Ziel ist es, die Einnahmen zu verringern, die der Kreml zur Unterstützung seiner militärischen Operationen verwenden kann.

Kryptowährungen — neue Drucklinie

Erstmals richtet Australien offen Maßnahmen gegen kryptobasierte Strukturen, die für grenzüberschreitende Zahlungen und zur Umgehung von Sanktionen genutzt werden. Von den Beschränkungen betroffen sind Plattformen wie Netex24, B‑Crypto, die kirgisische Börse Grinex, das Unternehmen Tengricoin/Meer Crypto Exchange sowie Old Vector mit dem an den Rubel gebundenen Stablecoin A7A5. Das ist ein wichtiges Signal: digitale Gelder hören auf, ein „Versteck“ zur Umgehung des Sanktionsregimes zu sein.

Kontext: Koordination der Partner und potenzielle Schwachstellen

Der australische Schritt erfolgt vor dem Hintergrund von Ankündigungen Großbritanniens über ein großes Sanktionspaket — etwa 300 Namen. Gleichzeitig konnte die EU das 20. Paket nicht verabschieden, da Ungarn eine Blockade in Zusammenhang mit dem Öltransit über die „Druzhba“-Pipeline verhängte. Analysten weisen darauf hin: Sanktionen wirken am besten, wenn sie synchron mit Partnern erfolgen und Umgehungskanäle schließen — vom Transport bis zu Krypto‑Plattformen.

"Heute und täglich wird Australien weiterhin für einen gerechten und dauerhaften Frieden kämpfen, der die Souveränität und die territoriale Integrität der Ukraine respektiert..."

— Penny Wong, australische Außenministerin

Was das für die Ukraine bedeutet und woran weiter gearbeitet werden muss

Kurz gesagt — es verringert den finanziellen Spielraum des Kremls: Beschränkungen für Energieunternehmen, Banken und Krypto‑Dienstleister erschweren das Sammeln und Waschen von Geldern für den Krieg. Der Effekt wird jedoch von drei Faktoren abhängen: der Fähigkeit der Partner, weitere Schritte zu koordinieren, der Schnelligkeit beim Schließen von Umgehungskanälen und der Kontrolle über Transitströme von Energieträgern.

Jetzt sind die Partner am Zug: Erklärungen müssen in koordinierte Handlungen umgesetzt werden — und genau in diesem Sinne sollte die weitere Wirkung der Sanktionen auf die Fähigkeit Russlands, offensive Operationen zu finanzieren, bewertet werden.

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