Zwei NABU‑Detektive im Finale der Staatlichen Zollbehörde: Wie sich der Zoll verändern wird und warum das wichtig ist

Ruslan Damentsov und Orest Mandzij — Finalisten im Wettbewerb um den Posten des Leiters der Staatlichen Zollverwaltung. Die Entscheidung der Kommission ist nicht nur eine Personalrotation: Von ihr hängen der Kampf gegen Schmuggel, die Einnahmen des Staatshaushalts und das Vertrauen der Wirtschaft ab.

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Kurz

Nach sieben Wahlgängen wählte die Auswahlkommission zwei Finalisten für die Position des Leiters der Staatlichen Zollbehörde: Руслана Даменцова und Ореста Мандзія. Beide sind Ermittler des Nationalen Antikorruptionsbüros, die seit 2017 in der Behörde tätig sind. Nun hängt die endgültige Entscheidung vom Finanzministerium und dem Ministerkabinett ab.

Warum das wichtig ist

Der Staatliche Zolldienst ist faktisch seit mehr als vier Jahren ohne ständigen Leiter – seit Pavlo Riabikin im November 2021 ins Kabinett wechselte. In dieser Zeit wurde die Position von interimistisch eingesetzten Leitern wahrgenommen, während systemische Reformen und eine umfassende Verwaltung fragmentarisch blieben.

Im Oktober 2024 unterzeichnete der Präsident ein Gesetz zur Neuausrichtung des Zolldienstes, das die Regeln zur Auswahl der Führung änderte. Am 4. August 2025 startete die Regierung den Wettbewerb mit Beteiligung ukrainischer und internationaler Expertinnen und Experten – in die Kommission wurden Vertreter der Wirtschaft und fachkundige internationale Spezialisten berufen. Unter ihnen: Андрій Єрашов, Дмитро Олійник, Олег Тимків, Арунас Адоменас, Девід Бернстайн und Куніо Мікурія.

Was die Anwesenheit von Ermittlern im Finale bringt

Vorteile: Die polizeiliche/erkenntnisorientierte Erfahrung der Kandidaten stärkt das Anti-Korruptionsmandat des Zolldienstes – operatives Wissen über Schmuggelmechanismen, praktische Ermittlungsfertigkeiten und Verständnis für Umgehungsstrategien. Das ist ein Signal an Unternehmen und Partner: der Kampf gegen illegale Schemata wird zur verwaltungsinternen Priorität.

Risiken: Der Zolldienst ist nicht im klassischen Sinne eine Strafverfolgungsbehörde; es werden ebenso Managementfähigkeiten, Logistik, IT-Reformen und Zusammenarbeit mit der Wirtschaft benötigt. Die Verbindung eines operativen Ansatzes mit systematischem Management ist die Hauptaufgabe der künftigen Leitung.

„Professionelle Leitung des Zolldienstes bedeutet nicht nur rigoroses Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden, sondern vor allem Standards, transparente Verfahren und effizientes Management“

— Experte für Zollpolitik

Kontext für Wirtschaft und Partner

Für den privaten Sektor und internationale Geber zählen nicht die Namen, sondern Kennzahlen: die Reduktion von Schmuggel, stabile Einnahmen aus Zollabgaben, die Implementierung von IT-Systemen und transparente Verfahren. Auf diese Metriken werden Investoren und internationale Organisationen, die in der Kommission vertreten sind, ihr Augenmerk richten.

Wie geht es weiter

Die endgültige Ernennung hängt vom Kabinett und dem Finanzministerium ab – von deren Vorstellung vom Gleichgewicht zwischen anti‑korruptiver Härte und verwaltunglicher Reform. Wenn die Synergie aus Einsatz‑/Ermittlungserfahrung und Managementkompetenzen obsiegt, könnte dies einen Impuls zur Wiederherstellung des Zolldienstes als Stütze der wirtschaftlichen Sicherheit des Landes geben. Wenn nicht, droht die Reform deklarativ zu bleiben.

Die Frage, die sich jetzt stellt: Wird es gelingen, ermittlungstechnische Erfahrung mit der täglichen Managementpraxis so zu verbinden, dass der Zolldienst zu einem effektiven Instrument der Entwicklung wird und nicht nur zu einem Instrument der Kontrolle?

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