Bergbauunternehmen der reichsten Australierin investiert 97 Millionen Dollar in amerikanischen Rüstungssektor – und das ist nur Teil einer 133-Millionen-Dollar-Umstrukturierung

Hancock Prospecting von Gina Rinehart hat ihr Kapital innerhalb eines Quartals aus chilenischem Lithium in Waffen, Gold und Seltenerdelemente umgeschichtet. Die Logik ist einfach: Das Portfolio folgt der geopolitischen Risikokarte.

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Джина Райнхарт (у центрі) у день проведення Кубка Мельбурна на іподромі Флемінгтон у Мельбурні, Австралія, 5 листопада 2019 року (фото - EPA / JULIAN SMITH)

Im März 2025 schrieb die Privatfirma Hancock Prospecting, die Gina Rinehart gehört, still ihr amerikanisches Portfolio um. Nach Angaben von Regulierungsdokumenten vom 15. Mai, die Reuters analysiert hat, belief sich das Gesamtvolumen der Umschichtung auf 133 Millionen Dollar — davon flossen 97 Millionen Dollar in Aktien von Rüstungsunternehmen.

Was wurde gekauft und verkauft

Hancock erwarb Aktien von RTX, Northrop Grumman, L3Harris Technologies und Lockheed Martin. Gleichzeitig erhöhte das Unternehmen seinen Anteil am kanadischen Kupferhersteller Hudbay Minerals um etwa 10% und fügte ein Aktienpaket des Goldabbauunternehmens Newmont hinzu. Ein separates Dokument vom 14. Mai zeigte: im laufenden Quartal erwarb Hancock 6,3% bei Rare Earths Americas — einem Unternehmen, das Lagerstätten seltener Erdelemente in den USA erschließt.

Gleichzeitig stieg Hancock vollständig bei dem chilenischen Lithiumproduzenten SQM aus — obwohl es gemeinsam mit ihm das Lithium-Projekt Andover in Australien entwickelt. Dies ist keine Partnerschaftstrennung, aber ein klares Signal: die öffentliche Wette auf SQM sieht nicht mehr attraktiv aus.

„Hancock hat Verteidigungs-, Gold- und Seltene-Erden-Positionen zu seinem amerikanischen Portfolio im Wert von 3,3 Milliarden Dollar hinzugefügt"

Reuters, 18. Mai 2025

Ein unerwarteter Blickwinkel: es geht nicht um Waffen — es geht um Lieferketten

Die Kombination von Rüstung + Seltene-Erden-Metalle + Gold in einem Quartal ist kein Zufall. Alle drei Sektoren verbindet eine Logik: die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen, die die USA aus der chinesischen Kontrolle herausnehmen möchten. RTX und Lockheed sind direkte Verbraucher von Seltenerdenelementen in der Herstellung von Raketen und Flugzeugen. Die Wette auf Rare Earths Americas ist faktisch eine Wette auf die amerikanische Nachfrage von Seiten desselben Rüstungssektors, dessen Aktien Hancock gerade gekauft hat.

Rinehart baut schon lange Positionen in Seltenerdemetallen durch australische Vermögenswerte auf — insbesondere ist Hancock der größte Aktionär von Arafura Rare Earths mit einem Anteil von über 15%. Der Eintritt in den amerikanischen Markt für Seltene Erden sieht wie eine logische Erweiterung dieser Strategie dorthin aus, wo der staatliche Appetit derzeit am größten ist.

Umfang: 97 Millionen Dollar im Kontext von 3,3 Milliarden Dollar

Rüstungskäufe sind weniger als 3% des gesamten amerikanischen Portfolios von Hancock. Aber die Richtung ist wichtiger als die Größe: Ein Unternehmen, das auf Eisenerz aufgebaut wurde, diversifiziert sich systematisch in Vermögenswerte, die Staaten unter Bedingungen von Aufrüstung und Fragmentierung globaler Lieferketten als strategisch betrachten.

  • RTX, Northrop Grumman, L3Harris, Lockheed Martin — 97 Millionen Dollar (Rüstung und Luft- und Raumfahrt)
  • Newmont — neues Paket (Gold als Schutzaktivum)
  • Hudbay Minerals — Erhöhung des Anteils um ~10% (Kupfer für den Energiewandel)
  • Rare Earths Americas — 6,3% (Seltene-Erden-Metalle, kritischer Rohstoff für die Rüstung)
  • SQM — vollständiger Ausstieg (Lithium, Chile)

Wenn Washington tatsächlich ein großangelegtes Programm für die inländische Förderung von Seltenerdemetallen starten sollte — durch Subventionen oder Rüstungsverträge — würde sich Hancock in der Position eines Rohstofflieferanten für dieselben Unternehmen befinden, deren Aktien es gerade gekauft hat. Die Frage ist, ob die amerikanische Infrastruktur für Seltene Erden industrielle Mengen erreicht, bevor die geopolitische Prämie auf Rüstungsaktien zu sinken beginnt.

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