Kurz und knapp
Laut der staatlichen Zollbehörde wurden im Januar 2026 Akkumulatoren im Wert von über 10,4 Mrd. UAH in die Ukraine eingeführt. Wertmäßig sind das etwa 6,5 Mrd. UAH mehr als im Januar 2025; bezogen auf das Gewicht — 13.600 Tonnen gegenüber 6.500 Tonnen vor einem Jahr, also ein Anstieg um 109 %.
„Im Januar 2026 wurden 13.600 Tonnen elektrischer Akkumulatoren in die Ukraine importiert, was mehr als doppelt so viel (um 109 %) ist wie im Januar des Vorjahres, als es 6.500 Tonnen waren.“
— Staatliche Zollbehörde
Woher die meisten Lieferungen kamen
Dominierend ist China — etwa 91 % der Einfuhren nach Wert, das entspricht rund 9,5 Mrd. UAH. Es folgen die USA (~160 Mio. UAH, 1,51 %) und Polen (~155 Mio. UAH, 1,49 %). Der Staatshaushalt erhielt dabei 316,8 Mio. UAH an Zollzahlungen für jene Chargen von Akkumulatoren, auf die keine Vorzugsbehandlung bei der Einfuhr angewendet wurde.
Warum der Anstieg gerade jetzt erfolgte
Eine Kombination mehrerer Faktoren erklärt den Nachfrageboom. Erstens führten Winter und massierte Raketenangriffe zu häufigen Stromausfällen — das trieb die Anschaffung von Notstromquellen für Haushalte, Unternehmen und kritische Infrastruktur voran. Zweitens erhöhten Kälte und der Bedarf an autonomen Lösungen für Logistik und Kommunikation die Nachfrage nach Batterien für unterschiedliche Verwendungszwecke.
Folgen und Risiken
Die Dominanz chinesischer Lieferungen schafft eine logistische und strategische Verwundbarkeit: In Krisenzeiten erschwert die Abhängigkeit von einem Markt eine schnelle Diversifizierung. Gleichzeitig ist der hohe Import ein Nachfragezeichen, das Chancen für die Entwicklung der heimischen Produktion und lokaler Lieferketten eröffnet.
Was das für Haushalt und Branche bedeutet
Zolleinnahmen in Höhe von 316,8 Mio. UAH sind ein nützlicher, aber vorübergehender Effekt. Für stabile Energiesicherheit und zur Verringerung der Importverwundbarkeit sind Investitionen in Produktion, Serviceinfrastruktur und Anreizpolitik erforderlich. Experten betonen, dass dieser Impuls als Beginn einer umfassenderen Industrialisierung im Akkumulatorensektor genutzt werden könnte.
Fazit
Der zweifache Anstieg der Akkumulatorenimporte ist zugleich eine Antwort auf die dringenden Bedürfnisse nach Energiestabilität und ein Weckruf für langfristige Lösungen. Ob Staat und Wirtschaft diese Nachfrage in lokale Produktion und Diversifizierung der Lieferketten verwandeln können, wird eine Schlüsselaufgabe der kommenden Jahre sein.