Der Bau der U-Bahn in Wynohradar wurde an die tatsächliche Finanzierung angepasst, nicht an die ursprünglichen Pläne. Dies erklärte Mykola Shkil, Eigentümer des Unternehmens „Avtostrada", das als Auftragnehmer des Projekts fungiert.
Nach seinen Angaben kostet ein neuer Tunnelbohrschild 15 Millionen Euro. Gerade von der Verfügbarkeit dieser Ausrüstung und dem Tempo der Finanzierung hängt ab, wann und wie sich der Bau voranschreitet.
Die Projektanpassung ist keine technische Randnotiz. Sie ist ein Signal für ein systemisches Problem: Große Infrastrukturprojekte in der Ukraine werden mit einem Budget geplant und mit einem anderen umgesetzt. Im Fall der U-Bahn in Wynohradar hat die Differenz zwischen deklarierten und verfügbaren Mitteln faktisch die Parameter des Bauprojekts selbst verändert.
Wynohradar ist einer der bevölkerungsdichtesten Wohnbezirke Kiews ohne direkte U-Bahn-Verbindung. Die Bewohner warten seit Jahren auf die Linie. Jede Änderung am Projekt bedeutet für sie nicht nur eine abstrakte Kostenvoranschlagsüberprüfung, sondern ein weiteres aufgeschobenes Eröffnungsdatum.
Eine offene Frage bleibt: Falls der Bau bereits an die verfügbare Finanzierung angepasst wurde – werden „Avtostrada" oder die Kiewer Stadtrat einen neuen realistischen Fertigstellungsplan mit Bindung an konkrete Finanzierungsquellen veröffentlichen?