„Nationaler Cashback“: 20 Mio. Hrywnja pro Tag — wem fließen die Zahlungen wirklich zu?

Minister Sobolev hat die These von „gefüllten Tanks für die Reichen“ zurückgewiesen. Wir klären, wie das Programm funktioniert, wie viel es den Staat kostet und warum es für Familien während des Krieges wichtig ist.

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Was passiert ist

Der Minister für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft Олексій Соболев antwortete in der Werchowna Rada auf Vorwürfe zum „Nationalen Cashback“, das am 20. März gestartet wurde. Der Abgeordnete Ярослав Железняк behauptete, das Programm gleiche angeblich die Ausgaben von Besitzern teurer Autos aus. Sobolev wies das zurück und nannte die wichtigsten Zahlen des Programms.

Wie das Programm funktioniert und was es kostet

Das Programm läuft seit dem Start am 20. März 40 Tage. Nach Regierungsschätzungen belaufen sich die Ausgaben auf etwa 20 Mio. UAH pro Tag. Die Mechanik ist einfach: Teilweise Kompensation für Kraftstoff — 15% für Diesel, 10% für Benzin, 5% für Autogas, jedoch mit einer Begrenzung von 1.000 UAH pro Monat für einen Nutzer. Nach Berechnungen staatlicher Analysten ergibt das eine Ersparnis von etwa 2–11 UAH pro Liter.

Kritik und Antwort des Ministers

Der Hauptvorwurf der Kritiker lautet, dass den größten Anteil der Auszahlungen Besitzer teurer Fahrzeuge erhielten. Sobolev widersprach dem, nannte diese These unwahr und betonte die Zielgenauigkeit der Zahlungen: Seiner Ansicht nach gehen die Mittel vorrangig an diejenigen, die sie benötigen, und werden oft zur Begleichung von Nebenkosten verwendet.

„Das Programm kostet 20 Millionen Hrywnja pro Tag. Es nutzen Menschen, die das wirklich benötigen. Dieses Geld ist zielgerichtet und wird zur Begleichung von Nebenkosten verwendet. Daher ist die These, das Programm werde massenhaft von Leuten genutzt, die teure, große Autos fahren, falsch. Das ist einfach nicht wahr.“

— Олексій Соболев, Minister für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft

Warum das wichtig ist

In Kriegszeiten hat jede staatliche Ausgabe zwei Ziele: das Leben der Bürger zu erleichtern und die wirtschaftliche Aktivität zu stützen. Ein finanzieller Anreiz für Kraftstoff ist kein Luxus, sondern ein temporäres Instrument sozialer Unterstützung, das die Belastung für Haushalte verringert und teilweise gezielt Geld in den Umlauf zurückführt. Zugleich bleibt die zentrale Frage prozedural: wie Transparenz sichergestellt und Missbrauch verhindert werden kann, damit öffentliche Mittel möglichst effektiv eingesetzt werden.

Wie es weitergeht

Die Diskussion über die Wirksamkeit des Cashback sollte von Rhetorik zu Prüfungen und offenen Daten übergehen. Bestätigt die Regierung die Zielgenauigkeit der Zahlungen und eine transparente Verwaltung des Programms, könnte es ein Beispiel für einen schnellen Hilfsmechanismus in Krisenzeiten bleiben. Andernfalls besteht das Risiko eines Vertrauensverlusts, der eine Reaktion des Parlaments und zivilgesellschaftliches Monitoring erfordert.

Mehr zur Einführung und Kritik am Programm berichtete LIGA.net; nun ist es wichtig, die Daten zu tatsächlichen Empfängern und die Kontrolle der Ausgaben zu verfolgen.

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