Forschungsinstitut „Orion“ für 381 Mio. Hrywnja verkauft — was bedeutet das für Kiew und die Rüstungsindustrie?

Im Zentrum der Hauptstadt wurde ein großer Forschungs- und Produktionskomplex verkauft: Der Investor zahlte das Neunfache des Startpreises. Wir beleuchten, warum das für die Stadt und das Industrieerbe wichtig ist und welche Risiken weiterhin bestehen.

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Kurz

Der Fonds für Staatliches Eigentum verkaufte am 17. Februar den einheitlichen Vermögenskomplex des staatlichen Forschungsinstituts НДІ 'Оріон' im Schewtschenkivskyj-Bezirk von Kiew. Sieger wurde ТОВ 'Рушій' mit einem Gebot von 381 Mio. грн — neunmal mehr als der Startpreis, berichtet Prozorro.Продажі.

Sieger wurde die 2024 gegründete ТОВ 'Рушій' mit einem Gebot von 381 Mio. грн – neunmal höher als der Startpreis.

— Prozorro.Продажі

Warum das wichtig ist

Es geht um einen Komplex mit einer Fläche von 38.632 m² an zwei Standorten im Stadtzentrum, mit Produktions- und Verwaltungsräumen, fünf Grundstücken (insgesamt 4,14 ha) und Infrastruktur. Das sind nicht nur Gebäude — es handelt sich um einen Teil des wissenschaftlich-industriellen Erbes, der mit Hochfrequenzgeräten und -komponenten arbeitete und in einer strategisch wertvollen innerstädtischen Lage liegt.

Wer gekauft hat und welche Risiken bestehen

Laut YouControl ist Eigentümer von ТОВ 'Рушій' — Володимир Цибульський aus Browary; das Unternehmen spezialisiert sich auf die Vermietung von Immobilien. Sollte 'Рушій' die Zahlung nicht fristgerecht leisten, würde das Privatisierungsrecht an die Korporation 'Укрінмаш' übergehen, die 1 Mio. грн weniger geboten hat.

Eigentümer des Unternehmens ist Володимир Цибульський aus Browary; das Unternehmen beschäftigt sich mit der Vermietung von Immobilien.

— YouControl

Was staatlich bleibt

Auf dem Gelände des Komplexes befinden sich zwei Zivilschutzschutzeinrichtungen — diese unterliegen nicht der Privatisierung. Das ist ein wichtiger Fakt für die Sicherheit der Bevölkerung angesichts der anhaltenden Bedrohung durch den Aggressor.

Kontext: Trend der Privatisierungen

Dieses Geschäft ist Teil eines breiteren Phänomens: In diesem Monat gab es bereits mehrere ähnliche Verkäufe — vom unvollendeten Getreideverarbeitungs­komplex bis zu verlassenen Fabriken. Das zeigt, dass Investoren selbst während des Krieges Interesse an Vermögenswerten in der Ukraine zeigen — ein Indikator für Vertrauen, aber auch ein Faktor des Wettbewerbs um städtische und industrielle Flächen.

Beispiele jüngster Versteigerungen: 6. Februar — 'Соснова Агро' erwarb einen unvollendeten Getreideverarbeitungskomplex für 6,9 Mio. грн; 5. Februar — das Werk 'Сільмаш' in Kolomyja wurde für 42 Mio. грн verkauft.

Analyse und mögliche Folgen

Das Interesse privater Investoren an einem solchen Vermögenswert kann mehrere Richtungen haben: von der Wiederaufnahme industrieller Produktion und dem Erhalt von Arbeitsplätzen bis hin zur kommerziellen Renovierung für Wohn- oder Büroimmobilien. Für die Leserschaft bedeutet das: Die umliegende Infrastruktur könnte sich verändern, die wirtschaftliche Aktivität im Viertel könnte zunehmen, aber es steigt auch der Bedarf an transparenten Garantien zum Erhalt strategischer Elemente (Schutzräume, potenzielle Produktionskapazitäten).

Fazit

Der Verkauf des НДІ 'Оріон' für 381 Mio. грн ist ein Signal: Investoren sind bereit, in große kapitale Vermögenswerte der Hauptstadt zu investieren, selbst solche mit industrieller Vergangenheit. Die nächsten Schritte sind entscheidend — ob der Vertrag vollzogen wird, welche Pläne der neue Eigentümer hat und wie der Staat die Bewahrung kritischer Infrastruktur überwacht. Das betrifft die Sicherheit der Stadt und das künftige industrielle Potenzial — deshalb lohnt es sich, die weitere Entwicklung aufmerksam zu verfolgen.

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Politik

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