Ein Lager – zwei Unternehmen, 13 Tote in der Stadt: Was die Rakete in Kiew in der Nacht des 2. Juli zerstört hat

Ein direkter Raketentreffer zerstörte das Zentrallager von OKWINE und des Distributors Wine Hunters – zusammen mit Beständen von Wein, Spirituosen und Büroräumen. Der Anschlag ereignete sich während eines der umfangreichsten Beschuss der Hauptstadt in den letzten Monaten.

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Скриншот: OKWINE - мережа виномаркетів / Facebook

In der Nacht zum 2. Juli 2026 erlitt Kiew einen massiven kombinierten Angriff: mindestens 24 ballistische und Hyperschall-Raketen, „Zirkone", Marineflugkörper und Drohnen trafen die Stadt in Wellen innerhalb von 20 Minuten. Nach Angaben des Bürgermeisters Vitali Klitschko kamen 13 Menschen ums Leben, etwa 90 wurden verletzt, Zerstörungen wurden in allen Bezirken registriert.

Unter den getroffenen Objekten befand sich ein Lagerkomplex, in dem Produkte des OKWINE-Netzes und des Distributors Wine Hunters gelagert wurden.

„In dieser Nacht wurde aufgrund eines direkten Raketentreffers das zentrale Lager des OKWINE-Netzes und des Distributors Wine Hunters zerstört. Dies ist einer der schwersten Tage für unser Team".

Pressestelle OKWINE

Nach Angaben des Unternehmens wurden Weinbestände, Hochprozentige und andere Produkte vollständig vernichtet. Der Schadensumfang war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht beziffert: Rettungskräfte waren noch vor Ort. OKWINE ist ein Netz mit über 191 Weinmarktläden in 45 Siedlungen in der Ukraine.

Schlag gegen den Logistikcluster

Das Lager von OKWINE und Wine Hunters ist nur ein Teil des durch denselben Schlag zerstörten Logistikzentrums. Nach vorläufigen Angaben waren in unmittelbarer Nähe ein Servicecenter des ERC — eines der größten IT-Distributoren des Landes — und ein Logistikzentrum der „Nowa Poshta" betroffen. Ein separater Treffer zerstörte vollständig das Lager und Büro des Online-Shops MOYO.

Beim selben Beschuss vernichtete das Feuer etwa 800.000 Bücher des Verlags BookChef — das Unternehmen schätzt die Schäden auf über 100 Millionen Hryvnija. Auch das Porsche Center Kyiv Airport, das CityHotel Residence und der Laden „Agromar" erlitten Schäden.

Taktischer Kontext

Die Luftwaffe registrierte 570 Luftangriffsgeräte in der Nacht — 74 Raketen und 496 Drohnen verschiedener Typen. Das russische Verteidigungsministerium behauptete, angeblich „militärische Ziele" angegriffen zu haben, darunter das Werk zur Herstellung von „Flamingo"-Raketen — doch unter den Beschuss gerieten Wohnviertel, Logistik und zivile Infrastruktur in allen Bezirken der Stadt. Dies entspricht der von ISW und ukrainischen Analysten dokumentierten Taktik der Abnutzung: systematische Schläge gegen Logistikknoten und zivile Unternehmen ohne militärische Bedeutung.

Seit Beginn der vollumfänglichen Invasion hat „Nowa Poshta" Beschädigungen oder Zerstörungen von über 400 Filialen und Terminaleinrichtungen registriert. Der Angriff vom 2. Juli war einer in dieser Reihe — aber zum ersten Mal in mehreren Monaten traf ein einzelner Angriff gleichzeitig mehrere große private Lagerkomplexe in der Hauptstadt.

Sollten die Schäden bei allen betroffenen Unternehmen desselben Angriffs über eine Milliarde Hryvnija übersteigen, stellt sich die Frage, ob sie Grundlage für eine Sammelklage gegen Russland über den Mechanismus des Schadensregisters des Europarates werden, bei dem die Ukraine bereits über zwei Millionen Ansprüche eingereicht hat.

Weltnachrichten

Krieg

In der Nacht zum 2. Juli führte Russland einen der größten Anschläge auf Kyjiw seit Beginn des Krieges durch — und setzte dabei zum ersten Mal wirksam „Zirkone" sowie massives ballistisches Feuer ein, das die Luftverteidigung praktisch nicht aufhalten konnte. Mindestens 21 Menschen kamen ums Leben, über 90 wurden verletzt, Rettungskräfte suchen weiterhin nach Vermissten unter den Trümmern.

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