Was passiert ist
Die Financial Times berichtet, dass die US-Handelskammer und die National Retail Federation die Regierung aufgefordert haben, Unternehmen Milliarden von Dollar an Zöllen zurückzuerstatten, die im Zusammenhang mit den unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verhängten Tarifmaßnahmen gezahlt wurden.
Am 20. Februar stellte der Oberste Gerichtshof der USA fest, dass Präsident Donald Trump seine Befugnisse überschritten hatte, als er dieses Gesetz zur Einführung neuer Zölle gegen Dutzende von Ländern anwandte. Die Zölle galten seit dem 7. August 2025.
Höhe der Forderungen – von bestätigten Summen bis zu potenziellen $200 Mrd.
Nach Angaben des US-Zolls hatten die Zölle bis Mitte Dezember $133,5 Mrd. eingebracht. Einzelne Schätzungen variieren: Analysten des Budget Lab an der Yale University berechneten rund $142 Mrd. für 2025, und JPMorgan setzt die maximale Schätzung bei etwa $200 Mrd. an.
Wer die Zölle tatsächlich zahlte
Eine Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft zeigt: Nur rund 4 % der Zolllast trugen ausländische Exporteure. Der Rest — etwa 96 % — fiel auf amerikanische Importeure und Verbraucher in Form höherer Preise und geringerer Margen.
Warum die Rückzahlungen kaum schnell erfolgen werden
Rechtliche Verfahren und administrative Logistik werden die Auszahlungen zu einem langwierigen Prozess machen. Wie die FT berichtet, erklärte Finanzminister Scott Bessent, dass die Amerikaner diese Mittel höchstwahrscheinlich nicht in absehbarer Zeit sehen würden.
"Das ist verrückt"
— Donald Trump, ehemaliger Präsident (Zitat nach Financial Times)
"Die Auszahlungen würden schrittweise erfolgen und in jedem Einzelfall gesondert geprüft."
— Analysten von Wells Fargo (nach Financial Times)
Kontext und Logik: warum das Gericht so entschieden hat
Die Entscheidung des Gerichts unterstreicht die Grenzen der präsidialen Befugnisse nach dem IEEPA. Das Gericht machte im Grunde deutlich, dass für derart weitreichende Handelsbeschränkungen andere Instrumente oder ein klarerer Mandat des Kongresses erforderlich sind. Das gibt Anlass zu weiteren Diskussionen über die Rolle der Exekutive im Handelsbereich.
Was das für die Märkte und für die Ukraine bedeutet
Kurz gesagt: hohe finanzielle Forderungen und rechtliche Unsicherheit untergraben das Vertrauen der Wirtschaft, können die Exportaktivität dämpfen und die Einfuhrkosten erhöhen. Für die Ukraine ist das aus mehreren Gründen relevant: Lieferungen kritischer Komponenten und Ausrüstung für Verteidigung und Wiederaufbau, Energie- und Lebensmittelketten sowie das globale Investitionsklima — all das reagiert auf Einflüsse der US-Handelspolitik.
Ukrainische Unternehmen und staatliche Stellen sollten die weiteren Entscheidungen amerikanischer Aufsichtsbehörden und mögliche Änderungen in der Lieferlogistik beobachten: Kurzfristig kann das Preisschwankungen und längere Lieferzeiten bedeuten, langfristig eine Umverteilung der Handelsströme.
Fazit
Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs ebnet den Weg für hohe Forderungen von Unternehmen, doch die tatsächliche Rückzahlung der Gelder wird kaum schnell erfolgen. Nun sind Kongress, Administration sowie gerichtliche und verwaltungsrechtliche Verfahren am Zug. Die zentrale Frage bleibt, ob sich diese juristischen Erfolge der Unternehmen in praktische Entscheidungen verwandeln, die Verbraucher und Märkte — einschließlich unserer Lieferketten — spüren werden.