KI gegen COBOL: IBM-Aktien fallen um 13 % – und was das für die Finanzstabilität bedeutet

Anthropic trainierte Claude Code darin, alten COBOL‑Code zu aktualisieren — der Markt reagierte mit Kursverlusten bei IBM, doch die Folgen sind weitreichender als ein Börsenindex: von der Sicherheit von Geldautomaten bis zur Strategie der digitalen Resilienz der Ukraine.

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Фото: EPA / ANNA SZILAGYI

Kurz — Fakt und Folge

Am 23. Februar fielen die IBM-Aktien um 13%, nachdem Anthropic mitgeteilt hatte, dass sein Tool Claude Code in der Lage sei, Aktualisierungen von Programmen in der Sprache COBOL zu automatisieren, berichtet CNBC. Der Markt wertete dies als Signal: Eine Technologie, die früher der Domäne von Mainframes und großen Anbietern vorbehalten war, ist nun als KI‑basierte Alternative verfügbar.

Was ist COBOL und warum es immer noch wichtig ist

COBOL ist eine Programmiersprache aus den späten 1950er Jahren, die zur Verarbeitung von Geschäftsdaten entwickelt wurde. Laut Anthropic laufen etwa 95% der Geldautomaten in den USA noch auf Systemen, die von COBOL abhängig sind. Das erklärt, warum selbst kleine Verbesserungen bei der Automatisierung von Code große praktische Auswirkungen auf Finanztransaktionen haben können.

"Täglich sind Hunderte Milliarden COBOL‑Zeilen in produktiven Umgebungen im Einsatz und betreiben kritische Systeme in den Bereichen Finanzen, Luftfahrt und öffentlicher Sektor. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Menschen, die diese Sprache verstehen, von Jahr zu Jahr ab. Künstliche Intelligenz eignet sich ideal zur Optimierung von Aufgaben, durch die COBOL‑Aktualisierungen früher zu teuer waren."

— Anthropic (Blog des Unternehmens)

Marktreaktion und Risiken

Der Kursrückgang der IBM‑Aktien ist ein Symptom einer breiteren Verschiebung der Erwartungen: Wenn KI veraltetete Systeme kostengünstig betreiben oder modernisieren kann, gerät das Geschäftsmodell von Unternehmen, die teure Mainframes und Modernisierungsdienstleistungen verkauft haben, unter Druck. Gleichzeitig hat Anthropic die Funktion Claude Code Security veröffentlicht, die Code auf Schwachstellen scannt — das ist eine Herausforderung für den Cybersicherheitssektor, und mehrere Unternehmen in dieser Branche verzeichneten bereits Kurskorrekturen nach dem Release.

"Die Modernisierung veralteten Codes stand jahrelang still, weil das Verständnis dieses Codes mehr gekostet hat als ein Neuschreiben. Künstliche Intelligenz verändert dieses Verhältnis."

— Anthropic (Blog des Unternehmens)

Was das für die Ukraine bedeutet

Diese Geschichte handelt nicht nur von Aktienkursen in den USA. Für die Ukraine lauten die zentralen Lehren: Erstens können KI‑Werkzeuge die Wiederherstellung und Modernisierung kritischer Systeme (Bankenschnittstellen, Logistik, staatliche Register) beschleunigen, ohne dass eine massenhafte Anwerbung spezialisierter Fachkräfte nötig ist. Zweitens erhöht die Automatisierung die Geschwindigkeit, erfordert aber auch neue Ansätze für Cyberschutz und Regulierung — besonders im Krieg, wenn digitale Resilienz direkt mit der Sicherheit verknüpft ist.

Fazit: Balance zwischen Effizienz und Risiko

Der Markt bewertet derzeit neu, wie schnell KI die Infrastruktur älterer Generationen verändern wird. Für ukrainische Unternehmen und den Staat ist das ein Signal, gleichzeitig in Automatisierung und in Cybersicherheit sowie in die Ausbildung von Fachkräften zu investieren, die mit den neuen Werkzeugen arbeiten können. Ob wir diese Innovationswelle rechtzeitig nutzen, sodass sie unsere wirtschaftliche und nationale Sicherheit stärkt — das bleibt offen.

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