Ukraine synchronisiert Sanktionen mit Großbritannien — Angriff auf Lieferketten für Russlands Krieg

Ein Beschluss des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung (RNBO) und zwei Präsidialerlasse führen Beschränkungen gegen Personen und Unternehmen ein, die an Deportationen, der Lieferung von Komponenten für Drohnen und dem Betrieb einer „Schattenflotte“ beteiligt sind. Warum das für die Sicherheit wichtig ist und wie die internationale Koordination funktionieren wird.

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In der großen Diplomatie zählen nicht laute Erklärungen, sondern stille Absprachen

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat zwei Erlasse unterzeichnet, mit denen Entscheidungen des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung umgesetzt werden. Der erste betrifft die Synchronisierung von Sanktionen mit dem Vereinigten Königreich: die Beschränkungen betreffen 8 natürliche und 40 juristische Personen. Der zweite betrifft die Unterstützung von Regierungsvorschlägen zu Sanktionen im Kontext der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und der Verordnungen der EU in Bezug auf den Südsudan.

Was beschlossen wurde

Die Beschränkungen betreffen sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, die in verschiedenen Jurisdiktionen registriert sind — von Russland bis Singapur und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auf der Liste stehen Akteure von Netzwerken, die Russland helfen, Beschränkungen zu umgehen, und Ausrüstung sowie Dual-Use-Komponenten für die Herstellung von Raketen und Drohnen liefern.

"Dabei handelt es sich unter anderem um Staatsangehörige Russlands, Aserbaidschans, Singapurs und Neuseelands, die mit der Zwangsdeportation und der Umerziehung ukrainischer Kinder in Verbindung stehen, sowie mit der Lieferung von Elektronik und Dual‑Use-Komponenten an Russland, die zur Herstellung von Raketen und Shahed‑Drohnen verwendet werden, mit denen Russland ukrainische Städte und Gemeinden angreift"

— Pressestelle des Präsidialamts der Ukraine

Warum das wichtig ist

Die Synchronisierung von Sanktionen mit Schlüsselpartnern erhöht deren Wirksamkeit: Wenn gleichzeitig Transaktions-, Logistik- und rechtliche Schlupflöcher geschlossen werden, verringern sich die Möglichkeiten zur Umgehung erheblich. Das ist nicht nur ein politisches Signal — es erschwert real die Lieferung von Komponenten für Shahed‑Drohnen und andere Waffen und trägt zur Zerschlagung von Netzwerken bei, die an der Zwangsdeportation ukrainischer Kinder beteiligt sind.

Internationaler Kontext

In diesem Jahr hat die Ukraine bereits 14 Sanktionspakete mit Partnern synchronisiert: je zwei mit den USA und dem Vereinigten Königreich, acht mit der EU sowie jeweils eines mit Kanada und Japan. Am 23. Oktober verabschiedete die EU das 19. Sanktionspaket, in das unter anderem russische Banken und Krypto‑Börsen aufgenommen wurden, die zur Umgehung von Beschränkungen genutzt wurden.

Folgen und Risiken

Der positive Effekt der Synchronisierung ist sichtbar, aber noch nicht garantiert. Ein Teil der Unternehmen agiert über komplexe Konzernstrukturen und in Jurisdiktionen mit laxer Kontrolle. Um die Ströme vollständig zu blockieren, müssen die Partner die Sanktionen nicht nur verhängen, sondern auch konsequent durchsetzen: Einfrieren von Vermögenswerten, Blockierung von Transaktionen und Beschlagnahme von Ausrüstung.

Wie geht es weiter?

Die Ukraine erhält von den Partnern mehr als bloße Erklärungen — jetzt ist es wichtig, das in operative Schritte zu überführen: die Überwachung der Logistik zu verstärken, die Koordinierung finanzieller Ermittlungen zu verbessern und die Kontrolle über die Endverwendung von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck zu verschärfen. Analytiker weisen darauf hin, dass solche abgestimmten Pakete die Kosten und die Zeit für die Wiederaufnahme von Lieferungen nach Russland erhöhen, was dessen Fähigkeiten kurz- und mittelfristig einschränkt.

Fazit: Die Synchronisierung von Sanktionen ist ein Instrument, das nur in Kooperation wirkt. Jetzt sind die Partner am Zug: Erklärungen müssen in koordinierte Maßnahmen an Grenzen, in Banken und Häfen umgesetzt werden.

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