Stille Vereinbarungen mit spürbaren Folgen
Am 24. Februar schlossen Culver Aerospace, Tencore, Remtecnology und Terminal Autonomy Ukraine ein Paket partnerschaftlicher Dokumente mit Unternehmen aus Dänemark, Finnland und Lettland im Rahmen des Modells Build with Ukraine. Offiziell gemeldet hat dies der Ukrainische Waffenrat. Für den Leser ist wichtig zu verstehen: Diese Dokumente sind nicht nur Absichtserklärungen, sondern ein Instrument, um vom einzelnen Projekt zur industriellen Skalierung überzugehen.
"Die Vereinbarungen umfassen die Kooperation in der Produktion unbemannter Systeme und bodengebundener Robotik. Ein Teil der Dokumente hält das anfängliche Niveau der Zusammenarbeit fest, andere legen den Rahmen für weitere Schritte und Pläne von Produktionsprogrammen fest"
— Ukrainischer Waffenrat
Was genau unterschrieben wurde
Culver Aerospace — Copenhagen Global (Dänemark): Produktionskooperation im Bereich unbemannter Luftfahrzeuge im Rahmen eines fünfjährigen Programms. Schwerpunkt — auf langreichweitigen Angriffs‑Drohnen (bis zu 2 500 km) und Angriffssystemen mittlerer Reichweite (bis zu 400 km).
Tencore — INSTA (Finnland): Kooperation zur bodengebundenen Robotikplattform TerMIT und zur Produktion von Bodenrobotern für die Ukraine.
Remtecnology — New Paakkola (Finnland): Pläne zur Gründung eines Joint Ventures für die Serienproduktion der taktischen multifunktionalen Plattform LEGIT — als Ziel werden rund 1 500 Einheiten in absehbarer Zeit genannt.
Terminal Autonomy Ukraine — SIA Baltic Forces (Lettland): Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit bei unbemannten Systemen und Raketentechnologien, insbesondere zu Marschflugkörpern und Luftabwehrsystemen.
Warum das für Sicherheit und Wirtschaft wichtig ist
Nach Angaben des Waffenrats beläuft sich die Gesamtsumme der Vereinbarungen auf etwa €800 Mio.. Das ist nicht nur Geld — es ist eine groß angelegte industrielle Kooperation, die Logistik, Lieferketten und Arbeitsplätze in der Ukraine und in den Partnerstaaten stärkt.
Solche Abkommen wurden möglich, nachdem die Ukraine den kontrollierten Export militärischer Güter geöffnet hat: Die staatliche Kommission erhielt rund 40 Anträge und genehmigte die Mehrheit. Im Kontext der globalen Nachfrage — SIPRI stellte fest, dass die Ukraine in den Jahren 2023–2024 zu den größten Importeuren von Rüstungsgütern gehörte — diese neuen Produktionsverbindungen helfen, diese Nachfrage in ein eigenes Angebot zu verwandeln.
Dies ist auch eine logische Fortsetzung jüngster Schritte: Am 13. Februar wurde die gemeinsame Drohnenproduktion mit Deutschland aufgenommen, und am 25. Februar wurde in Großbritannien das erste ukrainische Verteidigungswerk eröffnet. All diese Schritte zusammen schaffen die Voraussetzungen für eine großangelegte Industrialisierung der Rüstungsproduktion.
Wie es weitergeht und worauf zu achten ist
Rahmenvereinbarungen sind der Anfang, nicht das Ende. Es bedarf Investitionen in Zertifizierung, Qualitätsstandards, Logistik und Sicherheiten für die Versorgung mit Komponenten. Ebenfalls wichtig sind transparente kommerzielle Verträge, die Organisation des After‑Sales‑Services und die Ausbildung des Personals.
Analysten und Branchenvertreter weisen darauf hin, dass der Erfolg von zwei Faktoren abhängt: der Geschwindigkeit der Umsetzung technischer Programme und der Bereitschaft der europäischen Partner, politische Unterstützung in langfristige Verträge umzuwandeln.
Fazit
Diese Abkommen sind keine hübsche Illustration der Zusammenarbeit, sondern ein praktischer Schritt zur Wiederherstellung und Modernisierung der ukrainischen Rüstungsindustrie. Jetzt sind die Partner am Zug: Absichtserklärungen müssen in unterschriebene Verträge und konkrete Serienlieferungen umgesetzt werden, die sowohl die Sicherheit als auch die Wirtschaft des Landes stärken.