Wenn der Premierminister von der Bereitstellung von Milliarden für Zahlungen an das Militär berichtet, klingt das wie gute Nachrichten. In Wirklichkeit verbirgt sich hinter der Zahl von 33,6 Milliarden Hrywnja ein weniger angenehmer Fakt: Der Staat hat keine neuen Mittel gefunden, sondern hat sie innerhalb des bereits vorhandenen Reservefonds für den Sicherheits- und Verteidigungssektor umverteilt. Dies ist eine Technik der Haushaltsmanöver, die funktioniert, solange es etwas zu manövrieren gibt.
Wohin das Geld fließt und warum gerade jetzt
25,9 Milliarden Hrywnja – das ist die monatliche finanzielle Versorgung der Militärangehörigen der ZSU, also Gehälter, die im September pünktlich ankommen sollen. Weitere 7,7 Milliarden Hrywnja – einmalige Hilfe für Familien der Gefallenen und Zahlungen für Verwundungen oder Invalidität. Diese Summen sind keine neuen Ausgaben, sondern geplante staatliche Verpflichtungen, die nur jetzt bestätigte Finanzierung benötigen, um Verzögerungen zu vermeiden.
Premierminister Sergej Korezkyj erklärte die Logik direkt: Die Mittel wurden aus dem Reserve umverteilt, um die Zahlungen pünktlich zu sichern. Das heißt, es geht nicht um neue Prioritäten, sondern um die technische Schließung einer Kassenunzulänglichkeit im Rahmen des bereits genehmigten Verteidigungshaushalts.
Der Reserve ist nicht grenzenlos
Noch vor einer Woche, am 1. September, sprach derselbe Korezkyj von 70 Milliarden Hrywnja an „optionalen Ausgaben", die die Regierung zur Verteidigung umleiten plant. Die Vorsitzende des Haushaltsausschusses Roksolana Pidlasa warnte an demselben Tag vor bevorstehenden Haushaltskürzungen. Diese beiden Signale – die Suche nach Reserven innerhalb des Systems und die Warnung vor deren Erschöpfung – erschienen nicht zufällig gleichzeitig.
Es ergibt sich eine einfache Arithmetik: Die Regierung kann Geld von einer Rubrik zur anderen verschieben, solange es etwas zu nehmen gibt. Aber interne Reserven sind eine endliche Ressource, keine Quelle, die sich von selbst auffüllt.
„Dies ist die einzige Möglichkeit, den Haushalt unter diesen Bedingungen auszugleichen", betonte Korezkyj und forderte auf, Entscheidungen zur Erlangung internationaler Finanzhilfe zu beschleunigen.
Echte Abhängigkeit – nicht vom Kabinett, sondern von der Rada
Präsident Wolodymyr Zelenski hat bereits gesagt, dass der Erhalt von 15 Milliarden Dollar internationaler Hilfe durch die Ukraine von der Werchowna Rada abhängt. Dies ist der eigentliche Knoten: Die Zahlungen an das Militär heute werden durch interne Umverteilung finanziert, aber die Haltbarkeit dieses Systems in den kommenden Monaten wird nicht durch Regierungsentscheidungen bestimmt, sondern durch die Geschwindigkeit der legislativen Beschlüsse im Parlament.
Wenn die Rada die für die Tranche erforderlichen Entscheidungen verzögert, könnte es beim nächsten Mal nichts mehr zu verteilen geben – und dann wird die Frage pünktlicher Zahlungen an das Militär aufhören, technisch zu sein.