Der Vorsitzende des parlamentarischen Finanzausschusses Danylo Hetmanzew teilte mit: Das Parlament erwartet vom Kabinett innerhalb eines Monats die endgültige Fassung des Gesetzentwurfs zur Rentenreform. Das Konzept wurde bereits den Abgeordneten im Koalitionsrat vorgestellt. Das zentrale Element ist eine garantierte Grundleistung von 6000 Griwnja für jeden Rentner unabhängig von der Betriebszugehörigkeit.
Das Problem, das die Reform nicht löst
Die Ziffer von 6000 Griwnja wirkt nur auf dem Papier wie ein Fortschritt. Das tatsächliche Existenzminimum für Rentner in den Preisen vom Februar 2025 betrug 6685,5 Griwnja – und sollte bis Juni auf etwa 7000 Griwnja ansteigen. Mit anderen Worten: die vorgeschlagene „Garantie" liegt bereits unter dem realen Minimum zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Konzepts.
Die durchschnittliche Rente in der Ukraine ist auf 6410 Griwnja gestiegen. Gleichzeitig erhalten die meisten Rentner weniger als das tatsächliche Existenzminimum. Die Grundleistung von 6000 Griwnja ändert diese Situation nicht – sie verfestigt sie.
Was das Modell vorsieht
Die Regierung schlägt vor, dass die Rente aus zwei Teilen bestehen soll: einer Grundleistung, die der Staat finanziert, und einer Versicherungsleistung, deren Höhe von der Betriebszugehörigkeit und den gezahlten Beitragen abhängt. Darüber hinaus schlägt die Regierung vor, Spezialrenten schrittweise in das System beruflicher Rentenprogramme zu überführen und freiwillige Ersparnisse zu fördern.
Im Koalitionsrat wurden auch andere problematische Fragen angesprochen: „Elite"-Renten für einzelne Berufsgruppen und die Höhe des einheitlichen Sozialversicherungsbeitrags.
Wo es bereits Unterschiede gibt
Die Position des Ausschusses und die Position des Kabinetts unterscheiden sich in einem grundlegenden Punkt: Die Parlamentarier bestehen darauf, die Mindestrente auf das Existenzminimum zu erhöhen, nicht auf die hypothetischen 6000 Griwnja, wie das Kabinett vorschlägt, und die Clan-Renten vollständig abzuschaffen.
„Die Reform ist überdue. Aber besser spät als nie".
Danylo Hetmanzew
Die Vorsitzende des Ausschusses des Parlaments für Sozialpolitik Halyna Tretjakowa erwartet, dass die Rentensatzquote mindestens 40% des Lohns erreicht. Derzeit liegt sie deutlich darunter.
Was kommt als Nächstes
Ein Monat bis zur Einreichung des Gesetzentwurfs – das ist die Frist für das Kabinett, um eine konkrete Frage zu beantworten: Wenn die Grundleistung an einen Festbetrag und nicht an das Existenzminimum gekoppelt ist, gibt es dann einen Mechanismus für eine automatische Überprüfung dieses Betrags bei Inflationssteigerungen? Wenn es keinen solchen Mechanismus im Text geben wird – wird die Reform statt einer Garantie den Rückstand für Jahre voraus zementieren.