Bank als Geldautomat: Ex-Vorstandsvorsitzender verdächtigt, Überwachungslücke verkauft zu haben

Über die Konten von fünf Briefkastenfirmen sind in acht Monaten mehr als 210 Millionen Griwna geflossen – und angeblich brachte jede Operation einem Banker persönlich 0,15% ein. Die Ermittlungen zeigen, dass das System auf einer Absprache zwischen dem Bankchef und einem Unternehmer beruhte und durch deren Schriftwechsel bestätigt wird.

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Фото: depositphotos.com

Das Büro des Generalstaatsanwalts teilte mit, dass gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden einer ukrainischen Bank der Verdacht der Annahme von ungerechter Bereicherung erhoben wurde. Den Ermittlungen zufolge hat der Beamte das interne Finanzmonitoring von einem Schutzmechanismus in eine kostenpflichtige Dienstleistung umgewandelt.

Wie das System funktionierte

Nach den Materialien des Falls vereinbarte der Banker mit einem Unternehmer drei Dinge: ungehindertes Kontoöffnen, Abwicklung riskanter Transaktionen ohne Blockade und Umgehung des internen Finanzmonitorings. Sollte die Staatliche Finanzkontrollbehörde eine Überprüfung einleiten — garantierte der Banker „Unterstützung" auch auf dieser Ebene.

Der Preis der Vereinbarung — 0,15% der monatlichen Transaktionssumme. Das ist nicht ein fester Bestechungsbetrag, sondern ein Prozentsatz des Umsatzes: je mehr Geld fließt, desto mehr erhält der Banker. Tatsächlich — ein Abonnementgebühr für die Unsichtbarkeit gegenüber dem Regulator.

Den Ermittlungen zufolge wurden von Juli 2024 bis Februar 2025 über die Konten von mindestens fünf kontrollierten Unternehmen über 210 Millionen Hrywnja abgewickelt. Wie der Generalstaatsanwalt Ruslan Kravchenko feststellte, „erhielt der Banker bei jeder Operation seinen Anteil".

Was die Ermittler dokumentierten

Der Schlüsselbeweis im Fall ist die dokumentierte Korrespondenz zwischen den Partnern. Nach Angaben von Kravchenko stimmten sie die Summen ab, koordinierten Überweisungen, und nach jeder Zahlung schickte der Unternehmer der Bestätigung der Abrechnung. Dies ist keine mündliche Vereinbarung — dies ist eine dokumentierte buchhalterische Aufzeichnung des Korruptionsschemas.

«Dies ist nicht nur ein Verstoß gegen Bankregeln. Dies ist die bewusste Nutzung einer Bank als Instrument zur Abwicklung fragwürdiger Finanzströme, die bereits bei der Eingangsüberprüfung hätten gestoppt werden sollen».

Generalstaatsanwalt Ruslan Kravchenko

Auf einem der vom Ermittlungsteam veröffentlichten Fotos ist eine Filiale der Oxi Bank zu sehen — eine Einrichtung, in der 2025 der Leiter wechselte. Offiziell nennt die Staatsanwaltschaft den Namen des Verdächtigen nicht.

Verdacht ist nicht Verurteilung

Die Mitteilung über den Verdacht ist der Beginn eines Strafverfahrens, nicht dessen Ergebnis. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde die Frage der Wahl einer Schutzmassnahme noch erörtert. Das Gericht wird bestimmen, ob die gesammelten Beweise für eine Anklage ausreichen.

  • Zeitraum des Systems: Juli 2024 — Februar 2025 (8 Monate)
  • Umfang der Transaktionen: über 210 Millionen Hrywnja
  • Anzahl der Vermittlungsunternehmen: mindestens fünf
  • Honorarsatz: 0,15% des monatlichen Umsatzes
  • Artikel: Annahme von ungerechter Bereicherung

Wenn es der Ermittlung gelingt zu beweisen, dass das Schema nicht nur diesen Unternehmer, sondern auch andere Bankkundschaft umfasste — kann sich der Umfang der Sache erheblich vergrößern. Eine Frage an die Nationalbank: Hat der Regulator diese Transaktionen selbstständig entdeckt — oder erfuhr er davon erst, nachdem das Ermittlungsteam mit Materialien kam?

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