Bill Ackman will Universal Music für 64 Milliarden Dollar von Amsterdam an die Wall Street verlegen

Ein amerikanischer Milliardär schlägt vor, UMG mit seinem Blank-Check-Unternehmen zu fusionieren und die Börsennotierung nach New York zu verlegen. Warum dies für Ackman vorteilhaft ist, ist verständlich. Warum dies für Universal vorteilhaft sein soll, ist fraglich.

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Білл Акман (фото – скриншот з відео)

Bill Ackman, Gründer des Hedgefonds Pershing Square, hat ein offizielles Übernahmeangebot für die Universal Music Group — das größte Musiklabel der Welt, dem die Kataloge von Taylor Swift, The Beatles und Drake gehören — unterbreitet. Die Bewertung des Unternehmens in dem Angebot liegt bei 64 Milliarden Dollar.

Das Schema sieht folgendermaßen aus: UMG fusioniert mit Pershing Square Nasdaq-Listed — einem sogenannten Blankoscheck-Unternehmen (SPAC), das Ackman speziell für Transaktionen dieser Art gegründet hat. Nach der Fusion wird Universal seine Aktien von der Börse Amsterdam zur Börse New York verlagern — zum Nasdaq.

Warum das für Ackman relevant ist

Ackman ist seit langem und öffentlich vom Musikgeschäft begeistert. Bereits 2021 versuchte sein Fonds, vor dem Börsengang in das Kapital von UMG einzusteigen, aber der Deal platzte aufgrund von behördlichen Beschränkungen. Jetzt kehrt er mit einem anderen Instrument zurück.

Die Verlagerung auf den amerikanischen Markt gibt Universal Zugang zu einer deutlich breiteren Basis institutioneller Investoren und höheren Bewertungsmultiplikatoren — amerikanische Technologie- und Medienunternehmen werden traditionell teurer bewertet als ihre europäischen Pendants. Für Ackman ist dies eine klassische Strategie: einen unterbewerteten Vermögenswert kaufen, ihn im amerikanischen Kontext neu verpacken und von einer Neubewertung profitieren.

Wo die Reibung liegt

Universal wird derzeit an der Euronext Amsterdam gehandelt, und zu ihren großen Aktionären gehören das französische Unternehmen Vivendi und das chinesische Tencent. Keiner von beiden hat die Idee eines Umzugs öffentlich unterstützt. Niederländische Aufsichtsbehörden sind auch nicht besonders begeistert davon, ein solches Unternehmen ohne Widerstand gehen zu lassen — solche Listeringsverlagerungen innerhalb der EU werden zu einem zunehmend sensiblen Thema, nachdem mehrere große Unternehmen zu amerikanische Plattformen gegangen sind.

Ein besonderer Punkt ist die Struktur des Deals über einen SPAC. Nach den lauten Ausfällen von SPAC-Fusionen in den Jahren 2021–2022 blicken amerikanische Investoren auf dieses Instrument mit deutlichem Skeptizismus. Ackman positioniert seine Struktur zwar als ungewöhnlichen SPAC mit langem Anlagehorizont — aber das Label bleibt.

Was kommt als nächstes

Das Angebot ist vorerst inoffiziell — Verhandlungen auf Ebene der Verwaltungsräte sind nicht bestätigt. UMG hat die Bedingungen offiziell nicht kommentiert.

Die Frage ist nicht, ob Universal einem Umzug zustimmt. Die Frage ist, ob Vivendi und Tencent dem zustimmen — und zu welchem Preis sie bereit sind, ihren Einfluss auf ein Unternehmen zu verkaufen, das ein Drittel des weltweiten Musikmarktes kontrolliert.

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