Die Griwna stellt neuen Rekord gegenüber dem Euro auf: Was hinter 50,7219 грн/€ steckt und warum das wichtig ist

Die Nationalbank der Ukraine (NBU) hat den Kurs auf 50,7219 UAH/€ für den 21. Januar festgelegt — ein neuer historischer Höchststand. Hinter der Zahl stehen saisonale Auszahlungen, gesteigerte Geschäftsaktivität und rekordhohe Reserven: Wir analysieren, was das für die Wirtschaft und Ihre Ersparnisse bedeutet.

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Was passiert ist

Zum 21. Januar hat die Nationale Bank der Ukraine (NBU) den offiziellen Kurs auf 50,7219 UAH/€ festgesetzt — einen neuen historischen Höchststand. Der vorherige Rekord datierte auf den 13. Januar (50,5264 UAH/€). Der Dollarkurs für dasselbe Datum wurde mit 43,2522 UAH/$ verzeichnet, was etwas unter dem Höchststand vom 19. Januar (43,4130 UAH/$) liegt.

Aufgrund einer erheblichen saisonalen Nachfrage im Dezember mussten wir den Nettoverkauf von Devisen um das 1,7‑Fache erhöhen — das steht im Zusammenhang mit der Intensivierung der Haushaltsausgaben und den Geschäftsvorgängen am Jahresende.

— Nationale Bank der Ukraine

Warum das wichtig ist

Die Zahlen an sich sind kein Urteil. Der Rekordkurs gegenüber dem Euro geht mit zwei Schlüsselfaktoren einher: erstens mit der saisonalen Nachfrage nach Fremdwährung (Anstieg der Haushaltsauszahlungen und der Geschäftstransaktionen zum Jahresende), zweitens mit dem Vorhandensein eines Sicherheits‑Puffers: Stand 1. Januar lagen die internationalen Reserven der Ukraine bei über 57 Mrd. US$, dem höchsten Stand in der Geschichte des Landes.

Ökonomen weisen darauf hin, dass der langsame Anstieg des Kurses zum Euro nicht unbedingt auf eine fundamentale Währungskrise hindeutet: Er ist zum Teil das Ergebnis temporärer Geldströme. Gleichzeitig wirkt sich der höhere Kurs auf Importpreise, Energiepreise und Geschäftsrechnungen aus — also auf den Geldbeutel jedes Ukrainers.

Der Rekord gegenüber dem Euro spiegelt eher die saisonale Dynamik wider als eine langfristige Schwächung der Hrywnja; die Reserven geben dem Regulator die Möglichkeit, Schwankungen abzufedern.

— ukrainische Ökonomen und Analysten

Folgen und Szenarien

Kurz praktisch: Erstens kann die NBU mit ihrem Reservenpuffer intervenieren, um scharfe Kurssprünge zu dämpfen. Zweitens sollten Unternehmen und Importeure während der fiskalischen Auszahlungen mit erhöhter Volatilität rechnen. Drittens bedeutet das für Verbraucher erhöhten Druck auf die Preise importierter Waren, jedoch keinen automatischen und unkontrollierten Zusammenbruch der Hrywnja.

Fazit: Rekord — ein Warnsignal, kein Urteil. Wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit bemisst sich heute nicht nur am Kurs zu einem Zeitpunkt, sondern daran, inwieweit Reserven und die Politik des Regulierers Schocks abfedern können.

Worauf man weiter achten sollte

Achten Sie auf drei Indikatoren: die Höhe und Ausrichtung der Haushaltsauszahlungen, das Volumen der NBU‑Interventionen und Nachrichten zur internationalen Finanzunterstützung. Genau sie werden entscheiden, ob dieser Rekord ein vorübergehendes Phänomen oder der Beginn einer neuen Tendenz ist.

Eine Frage zum Nachdenken: Wird der Regulator seinen Handlungsspielraum voll ausschöpfen — und wie wird der Markt auf weitere haushaltspolitische Geldströme reagieren? Von der Antwort hängen sowohl der Kurs als auch die Kaufkraft der Ukrainer ab.

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