PFU kann nicht mehr sagen "sucht selbst": Was ändert das neue Gesetz für Menschen mit verlorenem Versicherungsstatus

Das Oberste Repräsentantenhaus verpflichtete den Rentenfonds, eigenständig Daten aus staatlichen Registern zu sammeln und Menschen zu warnen, wenn Dokumente fehlen. Für Hunderttausende Ukrainer, deren Archive durch den Krieg oder die Liquidation von Unternehmen vernichtet wurden, ist dies ein Systemwechsel — nicht bitten, sondern erhalten.

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Фото: Пенсійний фонд України

Seit Jahrzehnten mussten Ukrainer ihren Arbeitsstatus selbstständig nachweisen: Sie suchten in Archiven, verfolgten stillgelegte Unternehmen auf und klagten über falsch angebrachte Stempel. Am 9. April verabschiedete die Werchowna Rada ein Gesetz, das diese Logik offiziell umkehrt.

Was sich genau geändert hat

Das Gesetzentwurf Nr. 13705-д wurde von 242 Abgeordneten unterstützt — ohne Gegenstimmen. Das Gesetz verpflichtet den Pensionsfonds der Ukraine, selbstständig Informationen über Menschen aus staatlichen elektronischen Registern abzurufen. Falls Daten fehlen — muss der Pensionsfonds den Bürger darüber benachrichtigen und erklären, wie der Staus zu bestätigen ist, auch durch ein Gerichtsverfahren.

Davor war die Situation umgekehrt: Der Fonds konnte einfach schweigen oder eine Mindestrente zahlen, ohne zu erklären, welche Daten genau fehlten. Ein aussagekräftiges Beispiel ist ein Vertriebener aus der Region Cherson, der 2025 eine Mindestrente statt einer vollständigen Rente erhielt: Der Pensionsfonds berechnete nur den Staus ab 2000, „verlor" aber über 10 Jahre Arbeit in einer Kolchose aufgrund eines technischen Fehlers im Arbeitsbuch.

Warum gerade jetzt

Der Vollkrieg verschärfte ein Problem, das es schon vor 2022 gab. Die Besatzung und Kampfhandlungen zerstörten Archive und Personaldokumente auf großen Teilen des Territoriums. Aber auch ohne Krieg existierte der bis 2004 erworbene Arbeitsstaus größtenteils nur auf dem Papier — eine elektronische Erfassung gab es damals nicht.

«Wir verpflichten den Pensionsfonds tatsächlich, Menschen zu helfen, anstatt ihnen im Weg zu stehen, wenn es um die Altersversorgung geht»

— Volksdeputierte Tarasenko während der Abstimmung

Das Gesetz erlaubt auch, Zeiträume der Arbeit in den Versicherungsstaus einzurechnen, für die der Arbeitgeber die Einheitssozialbeitrag nicht bezahlt hat. Das heißt, eine Person wird nicht für die Unzuverlässigkeit anderer bestraft.

Was bleibt ungelöst

Das Arbeitsbuch bleibt rechtlich das Hauptdokument zur Bestätigung des Arbeitsstaus bis 2004. Falls es fehlt — sind Archive-Bescheinigungen, oder Zeugen (mindestens zwei, mit eigenen Bestätigungsdokumenten), oder ein Gericht erforderlich. Das Gesetz hebt diese Anforderungen nicht auf — es verpflichtet den Pensionsfonds lediglich, der Person genau anzugeben, welches Dokument fehlt, anstatt zu schweigen.

  • Zugang zu Registern — nur zu denen, die in staatlichen Systemen vorhanden sind. Daten aus besetzten Gebieten gelangen dort nicht hin.
  • Das Gesetz legalisiert keinen Arbeitsstaus in illegalen Beschäftigungssystemen.
  • Der Mechanismus zur Kontrolle, wie schnell der Pensionsfonds tatsächlich reagiert, ist im Gesetz nicht festgehalten.

Den Arbeitsstaus im Pensionsfonds-Register können Sie bereits jetzt über das Portal pfu.gov.ua oder die Anwendung «Pensionsfonds» überprüfen. Experten empfehlen, dies ein paar Jahre vor der Rente zu tun — damit noch Zeit bleibt, Lücken über Archive oder Gericht zu schließen, während Zeugen noch erreichbar sind und Nachfolgeunternehmen noch existieren.

Die wichtigste praktische Frage: Wird das Gesetz ein echtes Durchsetzungsinstrument erhalten — wenn der Pensionsfonds die Person nicht rechtzeitig benachrichtigt, welche Norm wird ihn dazu zwingen, dies zu tun?

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