Fünf Unternehmen geben eine Billion Dollar für KI aus — und die BIZ weiß nicht, wie viel dieser versteckten Schulden dahinter steckt

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt: Hyperscaler finanzieren KI-Infrastruktur durch undurchsichtige Strukturen, die nicht in den Bilanzen ausgewiesen werden. Sollte die Rentabilität enttäuschen, könnte die Krise weit über das Silicon Valley hinausgehen.

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Фото: Depositphotos

Amazon, Alphabet, Microsoft, Meta und Oracle – die fünf größten Technologiekonzerne der Welt – planen, zwischen 2025 und 2026 allein über eine Billion Dollar in KI-Infrastruktur auszugeben. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS), deren Empfehlungen von Zentralbanken in 60 Ländern befolgt werden, sagt deutlich: Das Ausgabentempo übersteigt die tatsächlichen Gewinne.

Aber das eigentliche Problem, das die BIS in ihrem Jahresbericht festgestellt hat, ist nicht die Höhe der Ausgaben, sondern wie sie finanziert werden.

Schulden, die nicht in der Bilanz sichtbar sind

Hyperscaler haben 2025 über 100 Milliarden Dollar an Unternehmensanleihen ausgegeben, und der Großteil dieser Schulden ist langfristig mit einer Laufzeit von über fünf Jahren. Dies ist eine Wette darauf, dass sich KI amortisieren wird – aber wann genau, weiß niemand.

Die BIS hat etwas Beunruhigenderes festgestellt: Unternehmen nutzen aktiv außerbilanzielle Strukturen – spezielle Zweckgesellschaften, Joint Ventures und Vereinbarungen mit Private-Credit-Fonds –, die das wahre Ausmaß der Verschuldung verschleiern. Die BIS bezeichnet dies als „Scattenschuldverschreibungen".

Diese Systeme schaffen neue Netze von Finanzverbindungen zwischen Technologieunternehmen, Banken und privaten Kreditmarkt. Die klassische Bilanzanalyse zeigt nicht mehr das vollständige Bild.

«Ein Umschwung bei der KI-Euphorie könnte erhebliche finanzielle Folgen haben, angesichts der wachsenden Verschuldung von KI-Unternehmen und deren Auswirkungen auf die Kreditmarkt».

– Jahresbericht der BIS, 2026

Zirkelschema: Geld, das im Kreis fließt

Die BIS hebt besonders die sogenannte zirkuläre Finanzierung hervor: Hyperscaler beteiligen sich am Eigenkapital von KI-Laboren, die sich dann verpflichten, bei ihnen Chips oder Rechenleistung zu kaufen. Das bedeutet, dass die Einnahmen teilweise durch eigene Investitionen gebildet werden – und nach außen hin besser aussehen, als sie tatsächlich sind.

Nach Angaben von Analysten, die die BIS zitiert, wird die Begeisterung auch durch Börsengänge angefacht: der jüngste Börsengang von SpaceX und geplante Börseneinführungen von Anthropic und OpenAI. Einige Marktbeobachter vergleichen die Situation bereits mit dem Elektrifizierungsboom der 1920er Jahre und der Dotcom-Blase der späten 1990er Jahre.

Warum die Krise über den Tech-Sektor hinausgehen könnte

Die BIS beschreibt KI als eine General-Purpose-Technologie – auf der gleichen Ebene wie Elektrizität oder das Internet. Das bedeutet, dass auch systemische Risiken nicht lokalisiert sind.

Nach Angaben des Analysten Nick Raka von LVRG Research basiert die Finanzierung des KI-Sektors auf enormen Schulden und stark kreditierten Nicht-Bank-Strukturen, die sich schnell abwickeln und die Krise verschärfen können.

Investoren, die Hyperscaler anhand traditioneller Bilanzindikatoren bewerten, riskieren, die tatsächliche Verschuldung zu unterschätzen: Schattenstrukturen schaffen einen Riss zwischen behaupteter und tatsächlicher Verschuldung.

  • Wenn KI die erwarteten Gewinne nicht bringt – werden Finanzierungen drastisch gekürzt.
  • Wenn große Anleihegläubiger zu verkaufen beginnen – wird der Druck auf alle Kreditmarkt zunehmen.
  • Wenn die Korrektur amerikanische Aktien erfasst – wird der Vermögenseffekt den Konsum stärker treffen als in früheren Zyklen, aufgrund der Dominanz der USA in globalen Portfolios.

Allerdings zeigt die Weltwirtschaft derzeit im Jahr 2025 eine «bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit», teilweise gerade wegen KI-Investitionen, die das Vertrauen stützen und die Auswirkungen von Handelszöllen und geopolitischer Unsicherheit abschwächen.

Die Frage ist nicht, ob es zu einer Korrektur kommt – sondern wann die ersten kommerziellen Ergebnisse von KI bedeutsam genug sind, um eine Billion Dollar an Verpflichtungen zu rechtfertigen. Wenn die Börsengänge von OpenAI und Anthropic stattfinden, bevor der Markt echte Gewinne sieht – dann wird das der Moment sein, in dem sich zeigt, ob die Begeisterung zu einer Blase ausgewachsen ist.

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