Kurz — warum das für Sie wichtig ist
Am 26. Februar ratifizierte die Werchowna Rada das Abkommen zwischen den Regierungen der Ukraine und Polens über die Tätigkeit der polnischen Bank Gospodarstwa Krajowego (BGK) in der Ukraine. 261 Abgeordnete stimmten dafür. Dies schafft die rechtlichen Grundlagen für die Arbeit der BGK als donor- und finanzpolitisches Instrument mit Schwerpunkt auf Wiederaufbau und Investitionen.
Was das Abkommen vorsieht
Tätigkeit und Instrumente. Die BGK wird in der Lage sein, der Regierung sowie staatlichen und privaten Einrichtungen finanzielle und technische Unterstützung in Form von Krediten, Zuschüssen, Garantien und Exportförderung für Wiederaufbau- und Entwicklungsprojekte zu gewähren, die in Zusammenarbeit zwischen Polen, der Ukraine und der BGK festgelegt werden.
Rechtsstatus. Auf die BGK und ihre Vertretungen werden nicht dieselben regulatorischen Anforderungen angewendet wie auf gewöhnliche Banken in der Ukraine; stattdessen hat die Bank Verpflichtungen zu transparenter Berichterstattung — einen jährlichen Bericht über umgesetzte Projekte, Finanzierungsvolumina und die Verwendungszwecke der Mittel.
"Sie wird der Regierung der Ukraine, staatlichen und privaten Einrichtungen und Organisationen finanzielle und technische Hilfe in Form von Krediten oder anderen Finanzinstrumenten, wie Exportförderung, Zuschüssen oder Garantien, zur Durchführung von Projekten für den Wiederaufbau und die Entwicklung der Ukraine leisten können"
— Text des Abkommens (unterzeichnet am 25. September 2025, Warschau)
Kontext und Folgen
Beschleunigung des Wiederaufbaus. Die BGK eröffnete bereits im Februar 2025 eine Vertretung in Kiew, um Projekte zu koordinieren, die aus EU-Fonds finanziert werden. Die Formalisierung des Status ermöglicht eine Beschleunigung der Unterzeichnung von Kredit- und Garantiemechanismen, was direkten Einfluss auf die Zeitpläne für die Wiederherstellung der Infrastruktur und den Start neuer Investitionsprojekte hat.
Gewinnung zusätzlicher Ressourcen. Das Vorhandensein eines staatlichen polnischen Instruments stärkt die Investitionsplattform zwischen den beiden Regierungen und ermöglicht die Kombination polnischer, ukrainischer und europäischer Mittel für konkrete Projekte.
Fragen der Transparenz und Souveränität. Wichtig ist, dass die BGK über ihre Tätigkeit berichten wird — das ist eine Schutzmaßnahme. Zugleich berichteten polnische Medien im Februar 2026, dass Polen den Erwerb von Anteilen an großen ukrainischen Staatsbanken (Oschadbank, Ukreximbank) prüfe, und die BGK wird neben PKO und dem Polnischen Entwicklungsfonds als potenzielles Instrument genannt. Das signalisiert, dass parlamentarische Entscheidungen sowohl Chancen schaffen als auch einer gründlichen Kontrolle bedürfen.
Praktischer Nachweis. Eine polnische finanzielle Präsenz in der Ukraine existiert bereits: PKO Bank Polski operiert über die Kredobank, und die BGK koordiniert die Arbeit mit EU-Fonds — dies ist kein Einzelprojekt, sondern Teil einer breiteren wirtschaftlichen Integration.
Fazit
Die Ratifizierung des Abkommens mit der BGK ist ein pragmatischer Schritt zur Beschleunigung des Wiederaufbaus und zur Mobilisierung von Ressourcen. Die Wirksamkeit hängt jedoch von den konkreten Vertragsbedingungen, transparenter Überwachung und der Aufrechterhaltung der Kontrolle über Schlüssel-Finanzinstitutionen ab. Ob die Deklarationen in reale Investitionen umgesetzt werden, hängt nun von unseren Verhandlungsteams und davon ab, wie streng die Berichtspflichten und Prüfmechanismen ausgestaltet werden.