Terminals, durch die monatlich 1 Milliarde Dollar fließen, entpuppen sich als „Quelle für Schwarzgeld" — Nationalbank der Ukraine

EasyPay und City24 kontrollieren 70% des Marktes für Selbstbedienungsterminals. Die Geldbuße von 270 Millionen Griwnja ist nicht das Ende, sondern der Anfang einer Regeländerung für die gesamte Branche.

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Фото: depositphotos.com

Im Mai 2026 verhängte die Nationalbank Geldstrafen gegen die Betreiber der zwei größten Netzwerke von Geldautomaten – EasyPay (LLC „FK Kontraktovyy Dim") und City24 (LLC „Swift Garant") – in Höhe von 135 Mio. UAH pro Unternehmen. Grund: Verstöße gegen die Anforderungen der Finanzüberwachung, insbesondere bei der Kundenidentifizierung.

45.000 Terminals – und keine angemessene Kontrolle

EasyPay und City24 kontrollieren zusammen etwa 70% des ukrainischen Zahlungsterminal-Marktes: insgesamt über 45.000 Geräte – dreimal mehr als bei PrivatBank. Monatlich werden über EasyPay etwa 10 Millionen Transaktionen abgewickelt. Nach Angaben von Quellen der Interfax-Ukraine beim Regulator schätzt die Nationalbank den monatlichen Gesamtumsatz beider Netzwerke auf etwa 1 Milliarde US-Dollar in Hrywnja-Äquivalent.

Die überwiegende Mehrheit der festgestellten Transaktionen waren Aufladungen von Bankkarten, insbesondere von monobank. Genau hier hat die Nationalbank ein Problem festgestellt: Die Operationen hätten Kontrollen sowohl auf Seiten der Terminal-Netzwerke als auch auf Seiten der empfangenden Banken durchlaufen sollen – aber nicht durchlaufen haben.

„Bei diesen Kontrollen bestätigten sich unsere Hypothesen, dass diese Terminals eine Quelle für Schwarzgeld im System sind".

Quelle in der Nationalbank, „Ekonomichna Pravda"

Wer hinter den Netzwerken steht

Betreiber von EasyPay sind die Brüder Oleksiy und Anton Avramenko. Laut YouControl erzielte das Unternehmen im letzten Jahr einen Umsatz von 2,11 Milliarden UAH bei einem Nettogewinn von fast 118 Millionen UAH – das bedeutet, dass die Geldstrafe von 135 Millionen UAH den jährlichen Gewinn übersteigt.

City24 gehört Sergiy Horban und ist Teil der Unternehmensgruppe „Askania". Nach der Veröffentlichung der „Ekonomichna Pravda" reagierte die Gruppe wie folgt: „Derzeit gibt es keine festgestellten Fakten oder offiziellen Entscheidungen zuständiger Behörden, die eine Verwicklung der Unternehmen der Gruppe in rechtswidrige Aktivitäten bestätigen würden".

Was die Nationalbank ändert

Die Geldstrafen sind kein isolierter Fall, sondern ein Signal für eine systemische Veränderung. Ab 3. März 2026 trat eine neue Verordnung der Nationalbank in Kraft, die strengere Anforderungen an die Kundenidentifizierung bei Überweisungen ohne Kontoeröffnung über Terminals festlegt. Finanzunternehmen erhielten sechs Monate Zeit für die Modernisierung ihrer Systeme.

  • Terminal-Netzwerke sind verpflichtet, Kunden bei Transaktionen zu überprüfen, die unter Risikokriterien fallen.
  • Empfangende Banken tragen gemeinsame Verantwortung für die Überwachung eingehender Ströme.
  • Der Regulator weist direkt auf Terminals als einen der Kanäle der Legalisierung von Bargeld zweifelhafter Herkunft hin.

Für den gewöhnlichen Nutzer bedeutet dies potenzielle Einschränkungen bei anonymen Kartenkaufladungen über Terminals – eine Bequemlichkeit, die monatlich von Millionen Ukrainern genutzt wird.

Eine Geldstrafe von 135 Millionen UAH für EasyPay übersteigt seinen jährlichen Nettogewinn. Sollte die Nationalbank nicht bei Sanktionen haltmachen und eine obligatorische Identifizierung auch für kleine Transaktionen einführen, werden einige Terminals unrentabel und die Netzwerke werden mit Abbau beginnen. Die Frage ist, ob die Nationalbank echte Kontrolle durchsetzen kann, ohne dass Millionen von Menschen, die Nebenkosten zahlen oder ihr Telefon mit Bargeld aufladen, vor weiteren Hindernissen beim Zugang zu grundlegenden Finanzdienstleistungen stehen.

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