Verbotene Casinos als Finanzpumpe für den Iran: Wie Reuters ein Schema im Wert von 4 Milliarden Dollar aufdeckte

Glücksspiele sind im Iran offiziell verboten, aber genau ein Netzwerk von 2000 illegalen Casino-Websites ist einer der Kanäle geworden, durch die das Regime und die IRGC Gelder zur Umgehung von Sanktionen ins Ausland schaffen.

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Ілюстративне фото: Depositphotos

Paradoxon im Zentrum einer Reuters-Untersuchung: der Iran verbietet Glücksspiele als Sünde und Verbrechen, profitiert aber gleichzeitig von Geldern aus illegalen Casinos, um internationale Sanktionen zu umgehen. Das Schema wird von einem Büro in Dubai gestützt, das offiziell mit Kryptowährungen handelt, inoffiziell aber Milliarden Dollar wäscht.

Wer verdient am Verbotenen

Im Zentrum des Systems steht die unlizenzierte Kryptobörse Shelbit, die von dem iranischen Emigranten Siavasch Keyvanpour geleitet wird. Ihr Hauptkunde ist ein Netzwerk von über 2000 Online-Casino-Websites, dessen öffentliches Gesicht zwei iranische Influencer mit Verbindungen zu Machtkreisen sind. 2023 erklärte ein iranisches Gericht alle drei zu Mitverschwörern einer Organisation illegaler Glücksspiele – aber das stoppte den Geldfluss nicht.

Das Geheimnis liegt darin, dass das Spielnetzwerk Zugang zum staatlichen Zahlungssystem des Iran hat, das der iranischen Zentralbank unterliegt. Das heißt, die Struktur, die das Gericht als kriminell eingestuft hat, nutzt weiterhin die Infrastruktur, die der Staat selbst kontrolliert.

Wie Geld den Sanktionen entkommt

Die Kasino-Einnahmen fließen an Shelbit, wo sie in Kryptowährung konvertiert und durch internationale Börsen verteilt werden, einschließlich Binance – der weltweit größten. Dies ist ein Standardtrick: Kryptowährung verwischt die Herkunftsspur der Gelder so sehr, dass es am Ende schwierig ist zu beweisen, woher das Geld kam.

Nach Reuters-Daten ist das Spielnetzwerk nur einer von vielen Shelbit-Kunden. Durch die gleiche Börse laufen Transaktionen der iranischen Zentralbank und anderer sanktionierter Strukturen. Außerdem Bitcoin-Wallets, die Israel mit dem Korps der Islamischen Revolutionsgarde verbindet. Den Daten zufolge übernahm die IRGC vor einigen Jahren die größten Glücksspielseiten des Landes, um sie genau als Kanal für die Überführung von Geldern ins Ausland zu nutzen.

Das Gesamtvolumen der Shelbit-Transaktionen seit Mai 2024 beträgt mindestens 4 Milliarden Dollar.

Sanktionen, Drohnen und laufende Geschäfte

Der aussagekräftigste Moment der Untersuchung ist die Chronologie. Die Geldflüsse zur Börse stoppten nicht einmal, als der Iran eine Drohne auf die VAE abfeuerte, die weniger als einen Kilometer vom Shelbit-Büro in Dubai entfernt einschlug. Das Geld floss weiter während des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran.

Am 29. Juli verhängten die USA neue Sanktionen gegen den Iran – wegen Erpressung von Geld von Handelsschiffen in der Straße von Hormus zur Finanzierung der IRGC. Das Shelbit-Schema zeigt die andere Seite derselben Medaille: Während einige Finanzierungskanäle blockiert werden, entstehen neue – diesmal getarnt als verbotenes Freizeitgeschäft und Kryptobörse im Nachbarland.

Die Frage ist, ob diese Publikation die VAE zu einer Reaktion auf die Aktivitäten der Börse auf ihrem Territorium bewegt, oder ob Dubai weiterhin ein bequemer Knotenpunkt zum Umgehen von Sanktionen bleiben wird, solange offiziell niemand lokale Gesetze verletzt.

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