40 Künstler, eine Spende für die AFU: Irpin eröffnet eine Ausstellung, die nach der Besatzung entstand

«Aufblühen in der Finsternis» ist keine therapeutische Metapher, sondern eine Chronik davon, wie Irpiner Künstler nach vier Wochen unter Besatzung zur künstlerischen Arbeit zurückkehrten. Am 11. April freier Eintritt nach eigenem Ermessen.

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In einer Stadt, in der 2022 über 1.600 Gebäude zerstört wurden, werden jetzt Ausstellungen eröffnet. Am 11. April veranstaltet der Kunstraum «Lisowa, 3» in Irpin einen Tag der offenen Tür für die Ausstellung «Blüte in der Dunkelheit» — eine Exposition, die zum 4. Jahrestag der Befreiung der Stadt von russischen Truppen geschaffen wurde.

Fast 40 Autoren — und kein Kurator von oben

Die Ausstellung vereint Werke von etwa 40 Künstlern aus Irpin und anderen Städten der Ukraine. Malerei, Grafik, künstlerische Keramik, Fotografie, Mischtechniken — das Format ist bewusst nicht einheitlich. Dies ist keine thematische Sammlung mit einer einzigen Botschaft, sondern ein Querschnitt dessen, was Künstler parallel zum Wiederaufbau der Stadt schufen.

Irpin kam Ende März 2022 unter Besatzung heraus — nach vier Wochen Kämpfe, die den russischen Vormarsch auf Kiew praktisch stoppten. Nach Angaben von TSN verschwinden die Ruinen allmählich, doch der Wiederaufbau dauert noch an.

«Bis zum Frühling 2022 waren sie gemütliche Vororte der Hauptstadt, wurden dann aber zu Außenposten, die Kiew retteten».

TSN, Bericht zum 4. Jahrestag der Befreiung der Region Kiew

Eintritt — nicht kostenlos und nicht bezahlt

Die Ausstellung kann von 16:00 bis 20:00 Uhr besucht werden. Der Eintritt erfolgt durch eine Spende zur Unterstützung der ZSU: der Betrag ist beliebig, die Entscheidung liegt beim Besucher. Dies ist ein Modell, das ukrainische Kulturräume zunehmend anstelle eines festgelegten Eintrittspreises wählen: Es senkt die Eintrittsbarriere und überlässt dem Betrachter gleichzeitig die moralische Wahl.

Kunstraum als Zeichen der Wiederherstellung

«Lisowa, 3» existiert in einer Stadt, in der vor drei Jahren noch entschieden wurde, ob Kiew Hauptstadt bleiben würde. Die Tatsache, dass hier ein vollwertiger Kunstraum mit Ausstellungsprogramm entstanden ist, ist bereits selbst ein Zeugnis und nicht nur eine Dekoration zum Jahrestag.

Der Name «Blüte in der Dunkelheit» mag wie ein Klischee klingen — aber er beschreibt präzise die Chronologie: Künstler kehrten zur Arbeit in eine zerstörte Stadt zurück und schufen nicht nach einem Sieg, sondern während eines andauernden Krieges.

Die praktische Frage, die diese Ausstellung aufwirft: Wird der Kunstraum in Irpin zu einer dauerhaften Institution — oder bleibt er eine Serie von Jahrestags-Events, während die Stadt auf ihre Nachkriegszukunft wartet? Die Antwort hängt davon ab, ob auf einzelne Ausstellungen ein regelmäßiges Programm und dauerhafte Finanzierung folgen.

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