Lateinsprachiger Band aus dem 18. Jahrhundert bleibt in der Ukraine: Zollbeamte übergeben seltenes Buch an die Odessaer Wissenschaftliche Bibliothek

Kiewer Zollbeamte verhinderten den Versand des zweiten Bandes des Werks von Johann Georg Gmelin (1749) nach Irland, da keine Genehmigungen vorlagen — die Ausgabe wurde der ältesten öffentlichen Bibliothek des Landes übergeben und wird Forschern zugänglich sein.

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Was passiert ist

Kiewer Zollbeamte stoppten die illegale Ausfuhr eines lateinischsprachigen Buches des 18. Jahrhunderts, das versucht hatte, per Post ins Ausland zu gelangen ohne die erforderlichen Genehmigungsdokumente. Der zweite Band des Werks des deutschen Naturforschers Johann Georg Gmelin, erschienen im Jahr 1749, mit Stichen und dem wissenschaftlichen Text jener Zeit wurde in die Bestände der Odessaer Nationalen Wissenschaftlichen Bibliothek übergeben — der ältesten öffentlichen Büchersammlung der Ukraine (gegründet 1829).

Warum das wichtig ist

Diese Geschichte handelt nicht nur von einer einzelnen Ausgabe, sondern von einem Mechanismus zum Schutz des Kulturerbes. Nach Angaben der staatlichen Zollbehörde der Ukraine (Quelle: UNN) erfolgte die Beschlagnahme bei der Überprüfung einer Postsendung nach Irland. Gerichtliche Entscheidungen sicherten den Übergang des Buches in das Eigentum des Staates, sodass die Ausgabe in den Bibliotheksbeständen verbleibt und Forschern zugänglich sein wird.

Im Kontext des Krieges und eines intensiven Antiquitätenmarktes ist eine solche Aktion Teil systematischer Arbeit zur Bewahrung des nationalen Gedächtnisses und wissenschaftlicher Ressourcen. Für Wissenschaftshistoriker und Fachleute für Kulturerbe hat der Zugang zu authentischen Quellen aus dem 18. Jahrhundert praktischen Wert: von der Restaurierung bis zu neuen Forschungsprojekten.

„Unsere Bibliothek, in deren Bestände das Buch von Johann Gmelin überführt wurde, hat in fast 200 Jahren ihres Bestehens mehr als 5,5 Millionen Dokumente angesammelt, von denen die Mehrheit selten und einzigartig ist. Nun wird unserer Sammlung ein weiteres Kleinod hinzugefügt.“

— Iryna Biriukova, Generaldirektorin der Odessaer Nationalen Wissenschaftlichen Bibliothek

Kontext und Expertenbewertung

Nach Einschätzung von Kultur- und Wissenschaftshistorikern zählt Gmelin zum Kreis der Naturphilosophen der europäischen Aufklärung; seine Beschreibungen und Illustrationen sind bedeutsam für die Geschichte der Botanik und der Ethnographie. Forscher heben zudem hervor, dass derartige Ausgaben Aufschluss über die kulturellen Verbindungen der Region in der Ära der frühen imperialen Modernisierung geben können.

Wie geht es weiter

Nach Übergabe und Registrierung in den Beständen wird das Buch unter der Obhut der Bibliothek aufbewahrt und für wissenschaftliche Zwecke zugänglich sein. Dieser Fall erinnert an zwei Dinge: erstens an die Bedeutung der Kontrolle über Kulturgüter in Kriegszeiten; zweitens an die Rolle staatlicher Institutionen bei der Bekämpfung des illegalen Handels mit Antiquitäten.

Quellen: Staatliche Zollbehörde der Ukraine; UNN; Kommentare der Leitung der Odessaer Nationalen Wissenschaftlichen Bibliothek.

Nach solchen Vorfällen bleibt eine praktische Frage: Wie lassen sich diese Quellen für ukrainische und internationale Forscher möglichst zugänglich machen, ohne dabei ihre Sicherheit und Unversehrtheit zu gefährden?

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