Während der 13. und 14. Mai führte Russland gegen die Ukraine 1567 Drohnen und 56 Raketen verschiedener Typen ein — einen fast ununterbrochenen zwei Tage andauernden Angriff, den Präsident Wolodymyr Selenskyj als „spezielle Terroristentaktik" bezeichnete. Nach seinen Angaben betrug die Abschussquote der Luftverteidigung über 93%, aber er betonte: Das reicht nicht aus.
Waffenstillstand als Vorbereitungsfenster
Das Ausmaß des Angriffs ist zeitlich kein Zufall. Das ISW betont, dass die neue russische Angriffsttaktik — der Start von Drohnen über einen langen, ununterbrochenen Zeitraum — es ermöglicht, mehr Regionen zu bedrohen und überproportional auf Zivilgebiete einzuwirken.
„Russland hat die Waffenruhe vom 9. bis 11. Mai wahrscheinlich genutzt, um die Bedingungen festzulegen und sich auf die Möglichkeit vorzubereiten, eine Serie von Angriffen in diesem Ausmaß zu führen"
— Institut zur Erforschung des Krieges (ISW)
Während der „Waffenruhe" wurde ein starker Anstieg der Nutzung russischer Drohnen vom Typ „Molnija" verzeichnet — die Anzahl der Anschläge mit diesen unbemannten Luftfahrzeugen während der Pause war höher als vorher.
Was traf und wohin
Am 13. Mai griff die Russische Föderation massiv den Westen der Ukraine an: In Uschhorod ereignete sich ein Treffer in ein Gebäude, in Iwano-Frankiwsk traf ein Drohnen-Geschosse ein Wohnhaus, in Schowkwa in der Region Lwiw — eine kritische Infrastruktureinrichtung, die Stadt blieb ohne Strom.
In Iwano-Frankiwsk stieg die Zahl der Verletzten durch den Anschlag auf ein Hochhaus auf zehn, darunter zwei Jugendliche. Insgesamt fand am 13. Mai 241 Kampfeinsätze zwischen den Streitkräften der Ukraine und den russischen Truppen statt.
In der Nacht des 14. Mai setzte sich der Angriff fort und wurde zu einem der schwersten Anschläge auf Kiew. In der Hauptstadt wurden Beschädigungen in den Stadtteilen Darnytskyj, Solomianski, Holosijevskyj und Swjatoschynskyj verzeichnet.
Nach dem Stab: „gerechte Antwort" ohne Details
Nach den Ergebnissen des Treffens des Stabes des Oberbefehlshabers erteilte Selenskyj den Streitkräften und Geheimdiensten den Auftrag, konkrete Formate für eine Antwort auf den Angriff vorzuschlagen. Es wurden keine technischen oder operativen Details veröffentlicht — was im Kontext der Militärsicherheit eine Standardpraxis ist und nicht als Zeichen von Untätigkeit gilt.
- Die Luftverteidigung schoss über 93% der Ziele in beiden Tagen ab
- Der Bedarf an verstärkter Luftverteidigung wurde auf Ebene des Oberbefehlshabers anerkannt
- ISW bestätigt: Russland nutzt lange wellenfömige Angriffe, um Abfangsysteme auszulaugen
- Neue Taktik — Ansammlung zwischen Angriffen unter dem Schutz von Verhandlungspausen
Die Frage bleibt offen, ob Russland systematisch jeden Waffenstillstand zur Vorbereitung massiver Anschläge nutzt — kann ein künftiger Ruhezustand dann etwas anderes sein als ein operatives Fenster für den Gegner?
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