NRK "Gnom" lernte, nach oben zu schauen: Eine angebundene Drohne über einer Kampfplattform ist keine Neuerung, aber zum ersten Mal bei einem ukrainischen Bodenroboter

Temerland hat auf dem „Gnom" eine tethered Drohne mit Stromversorgung von der Plattform installiert – sie kann bis zu 50 Meter hoch aufsteigen, benötigt keinen Operator und führt gleichzeitig Aufklärung durch und verstärkt das Signal. Dies verändert grundlegend die Einsatzlogik von unbemannten Bodenfahrzeugen: statt einer „blinden" Maschine – ein autonomes Boden-Luft-Tandem.

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НРК "Гном" (Фото: Temerland)

Das Unternehmen Temerland aus Zaporizhzhia hat eine neue Konfiguration des bereits kodifizierten bodengestützten robotisierten Komplexes „Gnom Drohnenträger" mit einer gebundenen Aufklärungsdrohne an Bord präsentiert. Der grundlegende Unterschied zu früheren Versionen: Die Drohne fliegt nicht autonom ab und benötigt keinen separaten Bediener – sie ist mit einem Seil befestigt und wird direkt von der Plattform über einen DC400V-Bus mit Strom versorgt.

Wie es technisch funktioniert

Die Drohne kann auf eine Höhe von bis zu 50 Metern aufsteigen und kann gleichzeitig zwei Funktionen ausführen: Aufklärung und Signalverstärkung für Einheiten in Gebieten mit schlechtem Mobilfunkempfang. Die Stromversorgung von der Plattform aus ermöglicht es der Drohne laut Temerland-CEO Eduard Trotsenko, länger als vier Stunden in der Luft zu bleiben – während eine akkubetriebene Drohne derselben Klasse normalerweise nur 20–30 Minuten durchhält.

„Das gebundene System beseitigt die Hauptbeschränkung von FPV in der Aufklärung – die Flugdauer. Die Plattform bewegt sich, die Drohne bewegt sich mit ihr, die Verbindung wird nicht unterbrochen"

— Elistair, führender Hersteller von gebundenen Systemen für NATO-Armeen, zur Logik der UGV + Tethered-UAV-Integration

Genau dieses Konzept – ein beweglicher bodengestützter Träger plus ständig schwebender Luftbeobachter – veröffentlichte die US-Armee 2024 offiziell in einer Ausschreibung an die Industrie als gewünschte Architektur für die Aufklärung in der Tiefe von feindlichem Gebiet. Der „Gnom" mit DC400V setzt dies bereits jetzt um, wenn auch in einer Versuchsversion.

„Gnom" – eine Plattform mit vielfältigen Konfigurationen

In den letzten Monaten hat Temerland mehrere separate Versionen eines Chassis nacheinander präsentiert:

  • Gnom-ND – Träger für Angriffs-FPV-Drohnen mit Start über Starlink, LTE und Glasfaser
  • Gnom + Smart Shuttle – Evakuierung von Verwundeten mit einem einarmigen Robotergreifer mit Seil bis zu 15 Metern Länge
  • Gnom-Miner – ferngesteuerte Verminung in der „Grauzone", legt TM-62 oder MON-90 aus
  • Gnom Drohnenträger – aktuelle Version mit gebundener Aufklärungsdrohne und Anti-Drohnen-System

Die Logik ist offensichtlich: ein kodifiziertes Chassis, verschiedene modulare Aufbauten. Dies senkt die Logistikkosten und vereinfacht die Ausbildung des Personals – ein Plattformtyp, der bereits vom Verteidigungsministerium akzeptiert wurde, kann je nach Mission mehrere Aufgaben erfüllen.

Anti-Drohnen-System – zweite Ebene

Neben der gebundenen Aufklärungsdrohne erhielt die neue Konfiguration ein Anti-Drohnen-System zur Erkennung und Bekämpfung feindlicher UAVs. Trotsenko offenbarte keine Details über die Art der Bekämpfungsmittel, aber die Kombination aus „Aufklärung von oben + Schutz von oben" ermöglicht es dem „Gnom", in einer Zone mit aktivem Drohnenkonflikt ohne ständige Infanterie-Unterstützung zu agieren.

Dies ist wichtig im Kontext, wo feindliche FPV-Drohnen speziell bodengestützte Roboterplattformen angreifen – wie in Berichten aus dem Kursk-Sektor dokumentiert, wo die ersten Chargen von „Gnoms" bereits im Kampfeinsatz beim 8. Separaten Regiment für Spezialoperationen zum Einsatz kamen.

Was kommt als Nächstes

Die Plattform befindet sich in der Testphase, die Kodifizierung ist abgeschlossen – das heißt, der Weg zu staatlichen Beschaffungen ist formal offen. Die Erfahrung anderer ukrainischer Entwickler zeigt jedoch: Kodifizierung ≠ Vertrag. Derselbe Hersteller VOLS dokumentierte öffentlich, dass die Serienproduktion durch den Staat durch Unstimmigkeiten zwischen den technischen Anforderungen des Verteidigungsministeriums und realen Kampfkonzepten ins Stocken gerät.

Wird die modulare Architektur des „Gnom" – bei der ein Chassis Aufklärung, Evakuierung, Verminung und Angriffsmissionen abdeckt – Beschaffungsbeamte davon überzeugen können, einen Rahmenvertrag für mehrere Konfigurationen auf einmal abzuschließen, anstatt auf separate Kodifizierung für jede Ausführung zu warten?

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