5% des Lagers, 80% Verluste des Feindes: „Achilles" erklärte Washington, warum Drohnen die Infanterie ersetzen

Der stellvertretende Kommandant des 429. Regiments „Achilleus" Oles Maljarevych kam mit einem konkreten mathematischen Argument ins Kapitol: Sechs Sturmtruppen unter Deckung von 200 Spezialisten seien nicht eine Ausnahme, sondern eine neue Kriegsnorm, die mit der US-amerikanischen Militärdoktrin bricht.

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Олесь Маляревич (Фото: Facebook-акаунт військового)

Als Olles Malyarevych vom 429. separaten Drohnensystem-Regiment „Achilles" in Washington erschien, forderte er Geld nicht in allgemeinen Worten. Er kam mit einer Formel.

200 zu 6: Was bedeuten diese Zahlen

Der russisch-ukrainische Krieg hat ein neues Kampfverhältnis hervorgebracht: Sechs Sturmtruppler arbeiten unter dem Schutz von zweihundert Fachleuten – Drohnenbedienern, Artilleristen, Fernmeldern, Ingenieuren, IT-Spezialisten. Auf einen Frontkämpfer kommen acht Unterstützungspersonen. Die amerikanische Doktrin sieht den Standard „1:4" vor. Die ukrainische Praxis ist bereits „1:8" – und das ist kein Krisenzeichen, sondern ein bewusstes Modell.

„Wir machten nur 5% des Personals der Brigade aus, verursachten aber 80% der Schäden an schwerer Ausrüstung".

Olles Malyarevych, stellvertretender Kommandant des 429. Regiments „Achilles"

Nach Aussage von Malyarevych ist die Skalierung von Drohnen nicht nur ein technologischer Trend, sondern eine Antwort auf die Personalknappheit: „Um einen effektiven Infanteristen auszubilden, braucht man Zeit und Geld. Wir haben beides nicht". Stattdessen kann jeder gestern noch Zivilist sein und Drohnenbediener werden – und wird deutlich schneller einsatzfähig.

Von Klitschkos Mavic zur „Drohnenline"

„Achilles" begann am 24. Februar 2022 als Schützenkompanie im 128. Bataillon der 112. Territorialen Verteidigungsbrigade. Die ersten Drohnen – Mavics, die Wladimir Klitschko persönlich brachte – wurden zwei Tage nach dem Erhalt eingesetzt: Sie fanden drei Panzer 300 Meter von den Positionen entfernt. Dies war, nach Aussage von Malyarevych, der Beginn der Luftaufklärung für die Artillerie des Unterverbandes.

Wachstumsverlauf: Kompanie → Schlag-Drohnen-Kompanie → Bataillon (2024) → 429. separates Regiment (Januar 2025) → als Teil der Drohnensystem-Streitkräfte (September 2025) → Brigade (Januar 2026). In einem Jahr Regimentsexistenz wurden über 37.000 feindliche Ziele zerstört. In den Jahren 2023–2024 zerstörte oder beschädigte der Unterverband fast 20.000 Einheiten feindlicher Ausrüstung und Waffen.

Nun ist „Achilles" einer von fünf Unterverhänden der „Drohnenline": ein Konzept, das eine durchgehende Angriffszone von 10–15 Kilometern Tiefe vorsieht, in der der Gegner sich nicht ohne erhebliche Verluste bewegen kann. Die Finanzierung hat sich radikal verändert: Während der Unterverband Anfang 2022 ausschließlich auf Spenden angewiesen war, stammen heute 90% der Mittel vom Staat und internationalen Partnern, nur 10% direkt von Bürgern.

Was Washington hörte – und was es als Nächstes tun wird

Perry Boyle, Vorsitzender von Mids Industries, der seit Jahren in ukrainische Technologien investiert und bei dem Treffen anwesend war, unterstützte Malyarevychs Logik: Hinter einer Drohnensteuerung kann heute eine Person ohne jede militärische Ausbildung sitzen – und in bestimmten Szenarien effektiver sein als ein klassischer Infanterist.

Doch zwischen „zuhören" und „Doktrin ändern" liegt eine große Distanz. Die USA bauen ihre Unterstützungssysteme immer noch um den Standard „1:4" auf, und es gab kein öffentliches Signal für eine Überprüfung dieses Ansatzes nach dem Besuch von „Achilles".

Sollte das Pentagon die Formel „200 zu 6" wirklich ernst nehmen – nicht als exotisches Kriegszeitphänomen, sondern als skalierbares Modell – wäre der nächste Schritt ein gemeinsames Pilotprojekt zur Ausbildung von Drohnenbedienern nach ukrainischer Methodik. Ob eine solche Initiative bis Ende 2025 zustande kommt, wird zeigen, wie ernst Washington die Lektionen dieses Krieges nimmt, statt ihnen nur Beifall zu spenden.

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