Am Sonntag, 17. Mai, veröffentlichte Axios einen Bericht auf Grundlage geheimer Geheimdaten: Kuba kauft seit 2023 Angriffsdrohnen von Russland und dem Iran und hat bereits über 300 Einheiten an strategischen Punkten der Insel stationiert. Parallel begannen kubanische Militärs interne Diskussionen über Szenarien für Anschläge auf die amerikanische Basis Guantanamo, US-Kriegsschiffe und Key West – eine Stadt in Florida, die 144 Kilometer von Havanna entfernt liegt.
Erfahrung, mit Blut in der Ukraine erkauft
Der wichtigste Kontext, der den meisten Schlagzeilen entging: Nach Angaben des US-Außenministeriums kämpften bis zu 5.000 kubanische Militärangehörige auf russischer Seite in der Ukraine. Moskau zahlte der kubanischen Regierung etwa 25.000 Dollar für jeden Kämpfer. Diese Soldaten kehrten mit erstklassiger praktischer Erfahrung im Drohnenkrieg zurück – genau jenem Krieg, der die Front in ein kontinuierliches Förderband von Drohnenangriffen verwandelt hat.
Parallel dazu sind in Havanna iranische Militärberater präsent. Nach Aussage eines hochrangigen amerikanischen Beamten ist es die Kombination iranischer Technologie, russischer Waffen und der im Ukrainekrieg erworbenen Kampferfahrung, die das kubanische Arsenal zu einer qualitativ anderen Bedrohung macht als zuvor.
Was Washington vor der Veröffentlichung tat
Zwei Tage vor der Veröffentlichung des Axios-Berichts reiste CIA-Direktor John Ratcliffe persönlich nach Havanna. Nach Angaben von La Voce di New York traf er sich mit Kubas Innenminister, dem Chef des kubanischen Geheimdienstes und dem Enkel von Raúl Castro. Ratcliffe warnte direkt, dass Kuba «keine Plattform für feindselige Akteure in der westlichen Hemisphäre sein kann».
«Wenn wir an diese Technologien so nah denken und an das Bündnis der bösen Akteure – von Terrorgruppen bis zu Drogenkartellen, Iranern und Russen – das ist keine Realität, mit der wir uns abfinden können».
— Hochrangiger Beamter der Trump-Verwaltung, Axios
Kuba antwortete mit Dokumenten, die beweisen sollten, dass die Insel «keine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA» darstellt. Gleichzeitig führten die USA nach Angaben von en.cibercuba.com seit Januar 2026 über 240 Sanktionen gegen Kuba ein und beschlagnahmten mindestens sieben Tanker.
Drohnen über 90 Meilen – es geht nicht um Cuba libre
Amerikanische Beamte betonen: Kuba stellt keine unmittelbare Bedrohung dar und plant keine aktiven Anschläge. Die Angriffsszenarien sind an eine Bedingung geknüpft – eine erhebliche Verschlechterung der Beziehungen zu Washington. Aber allein die Diskussion solcher Szenarien ändert die Abschreckungslogik.
- Kuba hat keine kampfbereiten Kampfflugzeuge – aber Drohnen benötigen keine Piloten.
- Kuba kann die Florida-Straße nicht wie der Iran die Straße von Hormuz blockieren – aber 90 Meilen ermöglichen einen Angriff mit kurzer Vorwarnzeit.
- Die USA führen bereits Aufklärungsflüge mit P-8A Poseidon, RC-135V und MQ-4C Triton in der Nähe der kubanischen Küste durch – dieselben Plattformen, die vor iranischen Angriffen den Iran überwachten.
Parallel bereitet das Justizministerium Anklage gegen den 94-jährigen Raúl Castro vor – wegen Vorwürfen des Drogenhandels. Die öffentliche Freigabe von Dronendaten genau zu diesem Zeitpunkt bewerten amerikanische Analysten als Teil einer breiteren Druckkampagne und nicht als neutrale Geheimdienstwarnung.
Wenn Washington den kubanischen Drohnenarsenal wirklich als casus belli und nicht als Verhandlungsgrund betrachtet – wird der nächste Indikator darin bestehen, ob amerikanische Luftabwehrschiffe bis Ende Mai in der Nähe Floridas auftauchen.