Peking bestätigt: Xi stimmte dem Kauf amerikanischer Flugzeuge im Austausch für Zollsenkungen zu

Chinas Handelsministerium hat offiziell eine Vereinbarung zwischen Trump und Xi zur gegenseitigen Tariffsenkung bestätigt. Das Paket umfasst Käufe von amerikanischen Flugzeugen durch China. Was hinter diesem Abkommen steckt und warum die Details bislang unter Verschluss bleiben.

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Фото: EPA

Das chinesische Handelsministerium bestätigte: Xi Jinping und Donald Trump haben sich auf die Senkung von Zöllen auf bestimmte Warenkategorien geeinigt. Gleichzeitig erklärte sich Peking bereit, amerikanische Zivilflugzeuge zu kaufen – ein Detail, das die chinesische Seite selbst zuerst veröffentlichte, noch vor offiziellen Statements aus Washington.

Was über das Abkommen bekannt ist

Nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums betreffen die Zollsenkungen spezifische Warengruppen, deren vollständige Liste bislang nicht vollständig offengelegt wurde. Der Flugzeugkauf – vermutlich handelt es sich um Produkte von Boeing – wird als symbolische Geste des guten Willens aus Peking dargestellt. Dies ist ein klassisches Schema der chinesischen Diplomatie: ein großer Vertrag als Demonstration der Kompromissbereitschaft ohne rechtlich verbindliche Erfüllungsmechanismen.

Bemerkenswert ist, dass China die Bestätigung des Abkommens zuerst veröffentlichte. Das ist kein Zufall – Peking prägt seine eigene Erzählung darüber, wer und unter welchen Bedingungen „Zugeständnisse" gemacht hat.

Kontext: Der Handelskrieg ist nicht vorbei

Zur Erinnerung: Seit Beginn von Trumps zweiter Präsidentschaft haben die USA Zölle auf chinesische Waren auf bis zu 145% eingeführt, China reagierte mit Tarifen von bis zu 125% auf amerikanische Importe. Beide Wirtschaften spürten den Druck – amerikanische Einzelhandelsketten warnten vor leeren Regalen, chinesische Exporteure – vor Produktionsstopps.

Die aktuelle Einigung ist der erste öffentlich bestätigte Schritt zur Deeskalation. Aber „Zollsenkungen auf bestimmte Waren" und „Ende des Handelskrieges" sind grundsätzlich verschiedene Dinge.

Warum Boeing und warum jetzt

Ein Flugzeugvertrag ist kein reines Geschäft. Boeing steht unter Druck wegen einer Serie von Sicherheitsskandalen und Produktionsproblemen. Der chinesische Markt ist für das Unternehmen kritisch wichtig: Vor Beginn des Handelskonflikts war die VR China einer der größten Käufer amerikanischer Flugzeuge. Die Rückkehr dieser Aufträge bedeutet Arbeitsplätze in Schlüsselstaaten – ein Argument für Trump im Inland.

Für Xi ist dies ebenfalls vorteilhaft: Airbus kann die gesamte Nachfrage chinesischer Fluggesellschaften nicht decken, und COMAC – der eigene Hersteller – ist noch nicht bereit für Massenlieferungen von Schmalrumpfflugzeugen.

Was bleibt offen

Das Abkommen ist unterzeichnet – aber ohne veröffentlichten Mechanismus zur Überprüfung der Einhaltung. Unklar ist, welche genauen Warengruppen unter Zollsenkungen fallen, für welche Laufzeit und unter welchen Bedingungen die Zölle aufgehoben werden. Die chinesische Praxis der „bestätigten Absichten" ohne rechtliche Dokumentation hat bereits mehrfach Probleme für amerikanische Verhandlungsführer geschaffen.

Wenn Boeing in sechs Monaten keine unterzeichneten Lieferkontrakte erhält und die Liste der gesenkten Zölle nicht öffentlich wird – wird die Trump-Verwaltung dann anerkennen, dass die Einigung eine bloße Erklärung geblieben ist?

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