Amerikanischer Militärangehöriger platzierte Wetten auf Polymarket mit Hilfe geheimer Daten über Operationen in Syrien

Ein Teilnehmer der Operation "Absolute Entschlossenheit" verdiente über 400.000 Dollar auf einer Kryptowährungs-Wettplattform, indem er auf Ereignisse setzte, über die er im Voraus durch seinen Zugang zu geheimen Geheimdienstinformationen Bescheid wusste.

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Ніколас Мадуро й Силія Флорес під час доставлення до американського суду (Фото: EPA)

Das US-Justizministerium hat Anklage gegen einen Militärangehörigen erhoben, der geheime Operationsdaten zum Wetten auf der Kryptowährungsplattform Polymarket nutzte. Den Anklagevorwürfen zufolge verdiente er auf diese Weise über 400.000 Dollar.

Es handelt sich um einen Teilnehmer der Operation „Resolute Determination" — einer Antidschihad-Mission der USA in Syrien und im Irak. Mit Zugang zu Geheimdienstberichten platzierte er Wetten auf Ereignisse, die noch nicht öffentlich waren: unter anderem auf den Tod oder die Verhaftung bestimmter mit Terrorismusgruppen verbundener Personen.

Polymarket ist eine dezentralisierte Prognoseplattform auf Blockchain-Basis, auf der in der Kryptowährung USDC gewettet wird. Formal ist sie in den USA keine regulierte Börse, was Nutzer anzog, die Aufsicht vermeiden wollten. Allerdings hinterlassen Blockchain-Transaktionen unverlöschliche Spuren — genau diese wurden zum Schlüsselbeweis für die Ermittlungen.

Das Schema war relativ einfach: Der Militärangehörige kannte geplante oder bereits durchgeführte Operationen, bevor die Informationen öffentlich wurden. Die zeitliche Lücke zwischen geheimem Briefing und offizieller Ankündigung — manchmal nur wenige Stunden — gab ihm einen statistisch unmöglichen Vorteil auf dem Wettmarkt.

Dies ist nicht der erste Fall von Insiderhandel auf Prognosemärkten, aber der erste dokumentierte mit Verwendung geheimer Regierungsdaten. Das Präzedenzfall ist wichtig: Er zeigt, dass Anonymität auf der Blockchain nicht vor Ermittlungen schützt, wenn das Gewinnmuster zu offensichtlich ist.

Die Anklagepunkte umfassen unrechtmäßige Offenlegung von Klassifizierungsinformationen und Betrug. Im Falle einer Verurteilung drohen bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe.

Eine separate Frage betrifft die Plattform selbst. Polymarket zahlte 2022 bereits eine Geldbuße von 1,4 Millionen Dollar der CFTC für den Betrieb ohne Lizenz mit amerikanischen Nutzern. Danach blockierte die Plattform formal den Zugang für US-Bürger — aber nach diesem Fall zu urteilen nicht sehr effektiv.

Wenn Prognosemärkte zum Instrument der Monetarisierung von Staatsgeheimnissen werden — reicht dann strafrechtliche Verfolgung nach der Tat aus, oder ist eine präventive Überwachung von Gewinnmustern in Echtzeit erforderlich?

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