Wenn der Staat Krieg führt und jede Griwnja braucht, reicht das Amt, das den Haushalt vor Diebstahl schützen soll, dem Parlament einen Bericht mit um das 81-fache übertriebenen Zahlen ein. Genau das geschah in der Sitzung des Ausschusses der Werchowna Rada für Finanzen, Steuer- und Zollpolitik, in der das Büro für wirtschaftliche Sicherheit über das Jahr 2025 Bericht erstattete.
Was im Ausschusssaal geschah
Der Ausschussvorsitzende Danylo Hetmantsev nahm die Zahlen nicht einfach für bare Münze. Die Ausschussmitglieder verglichen konkrete Zahlungsanweisungen mit den Zahlungsdaten und stellten fest, dass 2,8–2,9 Mrd. Hrn. von den deklarierten 3,8 Mrd. Hrn. in den Jahren 2022–2024 in den Haushalt flossen, nicht im Berichtsjahr.
«Die Analyse, die wir basierend auf Ihren Daten durchgeführt haben, zeigt, dass 2,8–2,9 Milliarden Griwnja überhaupt nicht aus dem Jahr 2025 stammen. Das ist von 2022 bis 2024. Warum schreiben Sie unzuverlässige Daten in den BEB-Bericht?»
Danylo Hetmantsev, Vorsitzender des Ausschusses der Werchowna Rada für Finanzen, Steuer- und Zollpolitik
Eine Antwort auf diese Frage von der BEB-Leitung erfolgte nicht.
Die Zahlen und ihre Bedeutung
47 Mio. Hrn. — das ist keine Abstraktion. Zum Vergleich: Das ist ungefähr der Preis für zwei Artillerieprojektile pro Minute bei durchschnittlichem Tempo moderner Kämpfe oder die monatlichen Unterhaltskosten für mehrere hundert Kämpfer. Die Aufgabe des BEB ist es, die Wirtschaftsfront zu schützen: Steuerhinterziehungsschemata, Schmuggel und Geldwäsche aufzudecken. Wenn die tatsächliche Schadensersatzleistung für den Staat pro Jahr 47 Mio. Hrn. und nicht 3,8 Mrd. beträgt — das ist kein Signal für einen Buchführungsfehler, sondern für die Effektivität der gesamten Behörde.
Bemerkenswert ist, dass der Skandal gerade jetzt auftritt: Das BEB durchläuft derzeit den Prozess einer einmaligen Personalüberprüfung unter Beteiligung internationaler Organisationen — ein Verfahren, das die Reformierung der Behörde hätte demonstrieren sollen.
Rechtliche Folgen: von Disziplin bis zum Strafverfahren
Der pensionierte Richter Oleksandr Sytnykow besteht darauf: Der erste Schritt sollte eine Dienstuntersuchung sein — um festzustellen, wer genau die Indikatoren formuliert hat und warum Daten aus früheren Jahren in den Bericht gelangt sind. Nach seinen Worten ist die Manipulation von Daten in öffentlichen Berichten eine Täuschung nicht nur des Parlamentsausschusses, sondern der Gesellschaft.
Der Präsident der Allukrainischen Vereinigung pensionierter Richter Denys Nevyadomsky geht weiter. Nach seiner Ansicht könnten Beamte des BEB, falls sich die von Hetmantsev erwähnten Tatsachen bestätigen, Verfahren nach mehreren Artikeln des Strafgesetzbuches erhalten: amtliche Fälschung (Art. 366 StGB), Amtsmissbrauch (Art. 364 StGB), sowie Behinderung der Tätigkeit von Volksdeputierten und Ausschüssen.
Chronische Krankheit oder einmaliger Fehler?
Experten, die von UNN befragt wurden, betonen: Die Praxis der Beschönigung von Berichten in Strafverfolgungsbehörden ist in der Ukraine nichts Neues. Jahre lang gewöhnten sich Behörden daran, ihre Indikatoren mit Ergebnissen aus früheren Jahren oder sogar von anderen Strukturen zu decken — und dies wurde nicht geahndet. Das Fehlen einer systemischen Verantwortlichkeit schafft die Umgebung, in der Ähnliches möglich wird.
- Das BEB erklärte 3,8 Mrd. Hrn. erstatteter Mittel für das Jahr 2025
- Der tatsächlich verifizierte Betrag — 47 Mio. Hrn.
- Die Differenz — 2,8–2,9 Mrd. Hrn. — gehört zu den Jahren 2022–2024
- Die Behördenleitung gab keine Erklärungen direkt in der Ausschusssitzung ab
Jetzt geht es nicht nur darum, ob eine Dienstuntersuchung eingeleitet wird. Wenn sie mit einem Disziplinarverweis endet, ohne dass persönliche Verantwortung übernommen wird — beim nächsten Mal könnten die Zahlen in den BEB-Berichten wieder beliebig sein.