Warum Netze und nicht EW: Charkow sucht nach einem Rezept gegen Glasfaser-Drohnen

Faseroptische FPV-Drohnen sind gegen elektronische Kampfmittel immun, daher verlässt sich Charkiw wieder auf physische Schutzmaßnahmen — Netze und mobile Feuergruppen, wie in den 1940er Jahren gegen die Luftwaffe.

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лОлег Синєгубов на нараді 30 липня 2026 (Фото: Telegram-канал Синєгубова)

Drohne, die das EW-System nicht sieht

Das Hauptproblem der faseroptischen FPV-Drohne besteht darin, dass sie nicht über einen Funkkanal gesteuert wird, sondern über ein dünnes Kabel, das hinter der Drohne herläuft. Kein Signal – nichts zu stören. Alle Milliarden, die in den letzten zwei Jahren in Systeme der Funkabwehr investiert wurden, wirken gegen eine solche Drohne bestenfalls teilweise. Genau deshalb kehrt Charkiw zu Methoden zurück, die archaisch wirken: Netze, Beobachter, Feuergruppen. Dies ist das gleiche Prinzip wie die Luftverteidigung Londons in den 1940er Jahren – ein physisches Hindernis dort, wo die Elektronik machtlos ist.

Was genau wird getestet

Der Leiter der Regionalverwaltung Charkiw, Oleh Synjehubow, teilte Radio Hartija mit, dass in einem Stadtviertel bereits seit einer Woche ein kombiniertes System getestet wird: Anti-Drohnen-Netze kombiniert mit „aktiver Verteidigung" – mobilen Gruppen, die Drohnen physisch durch Feuer abschießen. Die Entwicklung wird von der Regionalverwaltung und dem Zweiten Korps der Nationalgarde „Hartija" durchgeführt. Nach Aussage von Synjehubow ist die Technologie nicht neu – sie funktioniert bereits an der Front, jetzt wird sie an die dichte städtische Bebauung angepasst, wo andere Schusslinien-Logik und begrenzte Gebäudehöhen herrschen.

Drei Verteidigungslinien statt einer

Der passive Schutz besteht aus Netzen auf der Ringstraße von Charkiw und auf der Charkiwer Landstraße vom Ring bis zur Kreuzung mit der Straße des Akademikers Proskura. Dann folgen zusätzliche mobile Feuergruppen als zweite Linie. Und die dritte – der eigentliche „aktive Schutz", dessen Wesen noch nicht im Detail offengelegt wird, da es sich um ein laufendes Experiment und nicht um eine fertige Lösung handelt.

Chronologie der Bedrohung

Die erste faseroptische Drohne erreichte Charkiw am 25. Februar. Im Sommer begannen solche Fälle regelmäßig registriert zu werden. Jeder weitere Fall bestätigt, dass der Gegner die Technologie hochfährt, die die vorhandenen Schutzmittel der Stadt umgeht.

Kuppel oder Flickschusterei

Synjehubow sagt deutlich: Wenn das Experiment erfolgreich ist, wird es auf die ganze Stadt skaliert – eine „Schutzhaube vor FPV-Drohnen mit Faseroptik" rund um Charkiw. Derzeit wird das Projekt aus dem regionalen Haushalt finanziert, bei Erfolg werden United24 und andere Quellen hinzugezogen. Aber das Schlüsselwort lautet hier – „wenn". Netze auf der Ringstraße – das sind Kilometer an Infrastruktur, die errichtet, gewartet und nach jedem Beschuss repariert werden müssen. Die Frage ist nicht, ob die Technologie in einem Bezirk während einer Woche Tests funktioniert, sondern ob Haushalt und Logistik die Skalierung auf eine millionenstarke Stadt verkraften, bevor der Gegner einen Weg findet, dies ebenfalls zu umgehen.

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