Warum die Ukraine am Verhandlungstisch ohne Kompromisse sitzt — Außenministerium zu Strategie und Folgen

Auf der Münchner Konferenz erklärte Außenminister Andrij Sybiha, warum Kiew im Verhandlungsprozess bleibt, auch ohne Kompromiss — und welche konkreten Ergebnisse das jetzt bringt.

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Андрій Сибіга (Фото: МЗС)

Kurz — warum das für die Ukraine wichtig ist

In München hat der Außenminister Андрій Сибіга direkt gesagt, was für jeden Bürger von Bedeutung ist: die Teilnahme an Verhandlungen ist ein Instrument zur Beendigung des Krieges, auch wenn derzeit kein Kompromiss zwischen den Parteien besteht. Das sagte er der Korrespondentin von LIGA.net während der Münchner Sicherheitskonferenz.

"Den Krieg muss man beenden. Die Ukraine will den Krieg beenden. Wir müssen mit vereinten Kräften, und wir sind jetzt in einem Moment, einen gerechten und nachhaltigen Frieden für die Ukraine näherbringen"

— Андрій Сибіга, Außenminister der Ukraine

Was bereits geschieht — Fakten aus Abu Dhabi

Nach Angaben von Сибіга wurde nach zwei Verhandlungsrunden in Abu Dhabi zwischen den Delegationen der Ukraine, der USA und Russlands "Fortschritt erzielt". Es geht um konkrete Schritte, die bereits praktische Wirkung haben: Vereinbarungen zum Austausch von Gefangenen und die Erörterung von Mechanismen zur Umsetzung einer Waffenruhe und deren Überwachung.

Die nächste Runde mit Beteiligung der drei Seiten ist für den 17.–18. Februar in Genf geplant.

Warum Kiew den Verhandlungstisch nicht verlässt

Die Entscheidung, an Verhandlungen teilzunehmen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine strategische Bewahrung von Einflusshebeln. Diplomatie bietet mehrere praktische Vorteile: sie ermöglicht die Freilassung von Gefangenen, die Verankerung von Vereinbarungen über einen Waffenruhezustand, die Schaffung rechtlicher und politischer Rahmenbedingungen für weitere Schritte und hält internationale Partner informiert und eingebunden.

Analysten und Sicherheitsexperten weisen darauf hin: Selbst begrenzte, aber dokumentierte Fortschritte bei Austausch und Überwachung verringern bereits die Risiken für die Zivilbevölkerung und liefern zusätzliche Argumente, um Druck auf den Aggressor auszuüben.

Mandate und Erwartungen

Сибіга betonte, dass die Verhandlungsteams klare Mandate und Direktiven haben — sie wissen, wo die Grenze des nationalen Interesses verläuft. Das reduziert das Risiko von Improvisation und ermöglicht es, diplomatische Kontakte in messbare Ergebnisse zu überführen.

Was als Nächstes — ein einfacher Maßstab für Effektivität

Erklärungen und Treffen sind wichtig, aber Maßstab für Effektivität bleiben konkrete Schritte: Gefangenenaustausche, Mechanismen zur Überwachung der Waffenruhe und die Bereitschaft der Partner, politische Signale in praktische Unterstützung zu verwandeln. Jetzt sind die Partner am Zug — von Worten zu Garantien und Instrumenten, die die Verhandlungen nicht nur zu einem Akt der Diplomatie, sondern zu einem Weg zur Sicherheit für die Ukraine machen.

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