13. Juli unterzeichneten in Paris Führungspersonen von zehn Ländern eine Erklärung zur Gründung einer Integrierten Koalition für Raketenabwehr. Neben der Ukraine waren dies Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden und Großbritannien. Zwölf Verteidigungsunternehmen waren als Industriepartner präsent.
Was ist Freyja und warum $700 Tausend ein Argument sind
Grundlage der Koalition ist das Projekt Freyja des Kiewer Unternehmens Fire Point. Das System wird nach dem Prinzip der offenen Architektur aufgebaut: Es ersetzt nicht Patriot oder SAMP/T, sondern integriert sich mit vorhandenen Radaranlagen und Kommandoposten des NATO-Standards. Das Zentralelement ist der Abfangjäger FP-7.X, entwickelt auf der Basis der sowjetischen Rakete 48H6 vom S-400.
Das Hauptargument im Geschäft: Ein Abfang durch Freyja soll etwa $700 Tausend kosten, während Patriot PAC-3 MSE zwischen $3,8 und über $5 Millionen pro Rakete kostet, und zur garantierten Zielvernichtung werden üblicherweise zwei bis drei benötigt. Genau diese Kalkulation – die wirtschaftliche Asymmetrie zwischen der billigen Ballistik des Aggressors und dem teuren Abfang – wurde zur Hauptbegründung für die neue Architektur.
Im Juni unterzeichnete Fire Point ein Memorandum mit dem deutschen Unternehmen Hensoldt zur gemeinsamen Entwicklung, und das Radar TRML-4D – das bis zu 1.500 Luftziele gleichzeitig verfolgen kann – ist bereits als Sensorelement in das Programm aufgenommen worden.
«Freyja ist kein Ersatz, sondern eine Ergänzung unserer Verteidigung. Ein zuverlässiges Schutzschild über ganz Europa, schneller und billiger».
Präsident Selenskyj, Paris, 13. Juli 2025
Wo die Koalition stark ist – und wo Fragen bleiben
Die Erklärung dokumentiert die Anerkennung der wachsenden ballistischen Bedrohung und eine gemeinsame Industrieplattform. Fire Point hat bereits den ersten kontrollierten Flugtest eines Prototyps des FP-7.X durchgeführt. Selenskyj rechnet öffentlich mit der Betriebsbereitschaft des Systems innerhalb von 12 Monaten.
- Unterzeichner: 10 Länder + 12 Verteidigungsunternehmen, darunter Thales, HENSOLDT, Diehl Defense, Saab, Kongsberg, Leonardo, MBDA.
- Architektur: System von Systemen, kompatibel mit NATO-Standard – Integration mit vorhandener Infrastruktur, keine parallele Entwicklung.
- Kosten pro Abfang: ~$700 Tausend gegenüber $3,8–5+ Millionen für PAC-3 MSE.
- Was offen bleibt: Die Erklärung enthält kein gemeinsames Budget oder einen Finanzierungsmechanismus für die Produktion.
Die Koalition umfasst Länder mit unterschiedlichem Grad der Abhängigkeit von amerikanischen Luftabwehrsystemen – von Norwegen mit NASAMS bis Frankreich mit SAMP/T. Dies ist gleichzeitig ein Vorteil der offenen Architektur von Freyja und ein potenzieller Reibungspunkt bei der Standardisierung von Schnittstellen.
Wenn Fire Point Flugtests durchführt und die angegebenen Kosten für die serienreife Abfangrakete bis Ende 2025 bestätigt – wird die Koalition eine technische Grundlage haben, um vom Bekenntnis zu gemeinsamen Verträgen überzugehen. Wenn nicht – riskiert das Dokument, ein symbolischer Schritt in einer Reihe guter, aber ungesicherter Absichten zu bleiben.