Was passiert ist
Nach Angaben von Reuters unter Berufung auf 11 namentlich nicht genannte Gesprächspartner verlassen kubanische Sicherheitsberater und medizinisches Personal Venezuela. Die Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hat den Schutz an örtliche Sicherheitsdienste übergeben — anders als in den Zeiten von Maduro und Chávez, als kubanische Eliteeinheiten eine auffällige Rolle spielten.
"Die USA haben sehr gute Beziehungen zu den venezolanischen Führungspersonen, und wir sind der Ansicht, dass die persönlichen Interessen von Rodríguez mit der Förderung unserer zentralen Ziele übereinstimmen."
— Ein Vertreter des Weißen Hauses
Warum das wichtig ist
Dieser Schritt ist nicht nur eine Personalentscheidung: Er untergräbt die langjährigen bilateralen Beziehungen, in denen Venezuela Öl im Austausch für die Dienste kubanischer Fachkräfte lieferte. Nach der Aktion der USA im Januar zur Festnahme Nicolás Maduros hat Washington den Druck auf Havanna erhöht — insbesondere durch die Blockade von Öllieferungen seit Mitte Dezember.
Ein wichtiger Punkt — die Zahl der Opfer der Operation bleibt umstritten: Die New York Times berichtet von mindestens 40 Toten, während die kubanische Regierung von 32 Soldaten spricht. Reuters erwähnt in dem Bericht außerdem, dass drei Dutzend kubanischer Soldaten während jener Operation getötet wurden.
Mögliche Gründe
Reuters zitiert Quellen, die sagen, der Abzug der Kubaner erfolge unter dem Druck der USA. Andere Gesprächspartner vermuten, dass ein Teil der Fachkräfte auf eigenen Wunsch oder auf Anordnung Havannas nach Kuba zurückkehrt. Somit ist die genaue Kombination der Faktoren — politischer Druck, eine Entscheidung von Rodríguez oder Anordnungen aus Havanna — vorerst unbekannt.
Auswirkungen für die Region
Sollte der Abzug kubanischer Berater von Dauer sein, würde dies den Einfluss Havannas in Venezuela verringern und könnte zu einer Neubewertung der Energieflüsse führen — vor allem der Öllieferungen, von denen ein Teil der kubanischen Wirtschaft abhängt. Gleichzeitig vergrößert sich der Spielraum für diplomatische Manöver der USA und ihrer regionalen Partner.
Wie es weitergeht
Die Lage bleibt unsicher: Ob sich diese temporären Veränderungen in eine langfristige Neuordnung der Beziehungen verwandeln — die Zeit wird es zeigen. Für die Ukraine ist diese Geschichte wichtig als Beispiel dafür, wie die Kombination aus operativen Maßnahmen und diplomatischem Druck das Kräfteverhältnis in einer Region schnell verändern kann.
Solange aus Ankündigungen keine dauerhaften Entscheidungen geworden sind, bleibt die zentrale Frage offen: Sind internationale Partner in der Lage, die Ordnung und die energetische Stabilität in einer Region zu wahren, in der sich die Interessen großer Akteure mit den innenpolitischen Bestrebungen der Länder überschneiden?