Der Mann, der Shakhtar zu einem europäischen Kraftpaket machte: Mircea Lucescu ist gestorben

Der rumänische Trainer verwandelte den Donetzer Klub von einem Regionalmeister zum Gewinner des UEFA-Pokals – und blieb Ehrenbürger der Stadt, die nun von Russland besetzt ist.

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Мірча Луческу (Фото: Збірна Румунії з футболу/Facebook)

Am 7. April um 20:30 Uhr bestätigte das Bukarester Universitätskrankenhaus für Notfallmedizin den Tod von Mircea Lucescu. Er war 80 Jahre alt. Der dritttitulierteste Trainer in der Geschichte des Weltfußballs — nach Alex Ferguson und Pep Guardiola — starb nach einem akuten Myokardinfarkt, den er am 3. April erlitten hatte.

Ein Monat zwischen Spiel und Tod

Am 26. März stand Lucescu noch auf der Trainerbank der rumänischen Nationalmannschaft im Spiel gegen die Türkei — eine 0:1-Niederlage, und die Qualifikation zur WM 2026 entglitt. Fünf Tage später, am 31. März, trat er offiziell zurück. Schon am nächsten Morgen, dem 1. April, verlor er das Bewusstsein während eines Trainings vor einem Freundschaftsspiel gegen die Slowakei. Hospitalisierung, Stabilisierung — und dann ein neuer Infarkt kurz vor der Entlassung. Nach Angaben des Krankenhauses erwies sich die Herzrhythmusstörung als kritisch.

Dies war nicht das erste beunruhigende Zeichen: Bereits im Dezember hatte Lucescu eine schwere Lungenentzündung erlitten, die nicht auf Antibiotika ansprach, und wurde im Januar und Februar zweimal ins Krankenhaus eingeliefert. Er trainierte weiter.

12 Jahre und 22 Trophäen — in einer Stadt, die es nicht mehr gibt

Von 2004 bis 2016 verwandelte Lucescu den Donetzer „Schachtar" von einem etablierten ukrainischen Klub in einen Club, der zweimal das Viertelfinale der Champions League erreichte und in der Saison 2010/11 nur gegen den zukünftigen Sieger — „Barcelona" unter Guardiola — mit 1:5 und 0:1 verlor. Insgesamt absolvierte „Schachtar" unter seiner Leitung 573 offizielle Spiele und gewann 22 Trophäen: 8 Meisterschaften, 6 Pokale, 7 Superpokale und den UEFA-Pokal 2009 — Finale in Istanbul gegen „Werder".

„Lucescu ist der erfolgreichste Trainer in der Geschichte des ‚Schachtar'. Sein Name ist in der ‚Ruhmeshalle' des Clubs verewigt".

Offizielle Website des FK Schachtar

Er erhielt den Titel des Ehrenbürgers von Donezk — einer Stadt, die sich seit 2014 unter der Kontrolle russischer Streitkräfte befindet und in der „Schachtar" nicht mehr spielt.

Die Formel, die er erfand

Lucescu baute „Schachtar" nach einem für Osteuropa ungewöhnlichen Prinzip auf: brasilianische Kreativität im Angriff — Fernandinho, Jadson, Douglas Costa, Elano — und mitteleuropäische Disziplin in der Defensive. Die Tschechen Hübschman und Lastůvka wurden zur Grundlage der Abwehr für Jahre. Dieses Modell wurde zur Vorlage, die der Club bis heute nutzt.

  • 8 ukrainische Meistertitel mit „Schachtar"
  • UEFA-Pokal 2009 — der einzige für einen ukrainischen Club
  • Danach — das „goldene Doppel" mit „Dynamo" (2020/21), dem erbitterten Rivalen
  • Insgesamt über 35 Trophäen in der Trainerkarriere

Der Wechsel zu „Dynamo" im Jahr 2020 — unter protestierenden Fans, die vor dem Stadion protestierten — war ein eigenes Kapitel. Lucescu gewann mit dem Kiewer Club in der ersten Saison Meisterschaft, Pokal und Superpokal. Er wurde einer der wenigen Trainer in der Geschichte, der mit beiden Rivalen eines klassischen Derbys Trophäen gewann.

Die Rückkehr, die sich nicht vollendete

Im August 2024, im Alter von 79 Jahren, übernahm Lucescu zum zweiten Mal die rumänische Nationalmannschaft — 38 Jahre nach seinem ersten Kommen, als er das Land erstmals zur Euro 1984 führte. Das Ziel war einfach: ein Ticket zur WM 2026. Er schaffte es nicht.

Sein Sohn Razvan Lucescu — Cheftrainer des griechischen PAOK — verließ sein Team am Vorabend des entscheidenden Derbys gegen Panathinaikos und flog nach Bukarest. Der Vater starb denselben Abend.

„Schachtar", das noch vor wenigen Tagen Worte der Unterstützung für den hospitalisierten Trainer geschrieben hatte — „Wir sind bei Ihnen, Herr Trainer!" — verabschiedet sich nun von einem Mann, der den Club in einer Stadt aufgebaut hatte, die nicht mehr so existiert, wie er sie kannte. Falls Donezk jemals zur Ukraine zurückkehrt — wird etwas von der „Ruhmeshalle" übrigbleiben, in die sein Name eingraviert ist?

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