Der Leiter des Präsidentenamtes Kyrylo Budanow bestätigte bei einem Auftritt im CEO Club Ukraine und in einem Interview für das moldauische Medienunternehmen „Malenkaya Strana": In den letzten sechs Monaten bewältigt die Ukraine die Rekrutierung „einigermaßen" – aber nur mit dem Minimalplan, nicht mit dem, was die Armee unter idealen Bedingungen benötigen würde.
Was bedeutet „Minimalplan"
Nach Budanows Aussagen ist der Minimalplan kein Entwicklungsziel, sondern eine Überlebensschwelle: die minimale Anzahl von Menschen, die notwendig ist, damit die Front nicht zusammenbricht. „Entweder wir versorgen die Front mit den erforderlichen Ressourcen, oder die Front kann schwächer werden und zusammenbrechen", formulierte er in einer direkten Aussage ohne diplomatische Beschönigungen.
Den Prozess selbst beschrieb Budanow als chaotisch – und räumte gleichzeitig ein, dass es unmöglich ist, dies während aktiver Kampfhandlungen zu beheben. Eine separate These: eine Reform des TCC – Namens- oder Strukturänderung – wird prinzipiell nichts ändern, da das Wesen des Prozesses dasselbe bleibt.
„Die Armee braucht menschliche Ressourcen. Die Menschen schauen Fernsehen, Internet, Telegram – und wollen nicht wirklich in den Krieg gehen".
Kyrylo Budanow, Leiter des Präsidentenamtes
Spiegelbild: wie es vor dem Hintergrund Russlands aussieht
Parallel dazu veröffentlichte Budanow als ehemaliger Chef des GUR Daten über den Gegner: Russland hat nicht nur seinen Rekrutierungsplan für 2025 erfüllt – 403.000 Menschen – sondern tat dies auch vorzeitig, noch vor Anfang Dezember. Für 2026 ist der Plan bereits festgelegt: 409.000. Die Hauptquelle für Verstärkungen sind Vertragskämpfer, die der Kreml mit immer höheren Zahlungen anzieht.
- Ukraine: erfüllt den Minimalplan in den letzten 6 Monaten, der Prozess ist chaotisch
- Russland: übertraf den Plan 2025 vorzeitig, beschloss eine höhere Zahl für 2026
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Strukturelles Problem, das sich hinter Zahlen verbirgt
Budanow formulierte das, wovon normalerweise vorsichtiger gesprochen wird: Nach 12,5 Jahren Krieg und über vier Jahren vollständiger Invasion erschöpft sich die Motivationsressource – und dies ist nach seinen Worten eine „völlig natürliche Entwicklung der Ereignisse". Menschen sehen den Krieg in Echtzeit über soziale Netzwerke und beeilen sich nicht zum TCC. Wenn sie nicht freiwillig kommen, werden sie zwangsweise mobilisiert: so funktioniert die Logik des Minimalplans.
Die offene Frage hier ist nicht rhetorisch. Wenn die Ukraine nur das Minimum erfüllt, während Russland seinen quantitativen Vorsprung vergrößert – wie lange wird der Minimalplan ausreichen, wenn die Verlustquote an der Front steigt?