Nächtliche Angriffe auf die Krim: Verteidiger trafen die „Okhotnik“-Schiffe und Be-12-Flugzeuge — was bedeutet das?

Der Generalstab berichtete über nächtliche Angriffe auf Grenzpatrouillenboote des Projekts 22460 und auf die amphibischen Flugzeuge Be-12 auf der von Russland besetzten Krim. Wir analysieren, wie diese Angriffe die Kontrolle Russlands über das Schwarze Meer beeinflussen und welche Folgen in den nächsten Wochen zu erwarten sind.

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Патрульний корабель проєкту 22460 «Охотник» (Ілюстративне фото: Wikipedia)

Was passiert ist

In der Nacht zum 21. Februar berichtete der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine über eine Serie von Treffern auf gegnerische Ziele auf der vorübergehend besetzten Halbinsel Krim.

Laut Angaben des Kommandos wurden im Gebiet der Stadt Інкерман zwei Grenzpatrouillenboote des Projekts 22460 «Охотник» getroffen.

Auf dem Gelände des Flugzeugreparaturwerks in der Stadt Євпаторія wurden zudem zwei amphibische U-Boot‑Jagdflugzeuge des Typs Бе‑12 festgestellt getroffen.

Außerdem wird ein Treffer auf ein Raketenartilleriesystem «Торнадо‑С» in der Nähe der Ortschaft Астраханка in der Запорізькій області gemeldet.

"Ziele wurden getroffen. Das Ausmaß der Schäden wird noch ermittelt"

— Generalstab der Streitkräfte der Ukraine

Warum das wichtig ist

Angriffe auf Wachschiffe und Flugzeuge sind nicht nur taktische Verluste einzelner Mittel. Die Einschränkung der maritimen Aufklärung und Patrouillen verringert die Fähigkeit Russlands, Schifffahrtskorridore zu kontrollieren und Nachschublinien abzufangen. Schäden an Reparaturkapazitäten verzögern die Wiedereingliederung von Gerät in den Dienst – selbst eine teilweise Beschädigung in der Reparaturphase hat länger anhaltende Wirkung als ein einzelner Abschuss auf See.

Kontext und Abfolge der Operationen

Das fügt sich in eine Serie gezielter Angriffe auf marine und luftfahrtbezogene Bestände des Gegners ein. Im September 2025 meldete die Hauptverwaltung Aufklärung (ГУР) die Vernichtung von zwei Бе‑12, und im Dezember desselben Jahres trafen Kräfte der Spezialoperationskräfte ein Patrouillenschiff «Охотник» sowie eine Bohrplattform im Kaspischen Meer. Analysten werten dies als eine konsequente Strategie zur Schwächung der russischen Präsenz auf dem Wasser.

"Die Verluste des Gegners und das endgültige Ausmaß der verursachten Schäden werden noch ermittelt"

— Generalstab der Streitkräfte der Ukraine

Folgen und was zu erwarten ist

Während die offiziellen Ergebnisse noch präzisiert werden, sind zwei Wirkungsebenen erkennbar: die taktische — eine unmittelbare Verringerung der Fähigkeiten des Feindes — und die strategische — höhere Kosten für Stationierung und Wartung von Gerät in den besetzten Gebieten. Das Signal zeigt außerdem, dass kritische Infrastruktur auch weit hinter der Frontlinie getroffen werden kann.

In den kommenden Wochen werden entscheidend sein: die Bestätigung materieller Verluste, die Art der Reparatur der beschädigten Technik und die Reaktion Russlands — ob es seine Luftabwehr verstärkt und die Logistik der Stationierung ändert. Davon wird abhängen, wie dauerhaft die Verluste an Fähigkeiten des Gegners sein werden.

Frage an Partner und Analysten: Reichen Aufklärungs- und Feuerressourcen aus, um solche taktischen Erfolge in einen stabilen langfristigen Vorteil auf See zu verwandeln?

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