Provokationen bei den "Wahlen" in den besetzten Gebieten: Wie man Kremls Inszenierungen erkennt

Der Geheimdienst warnte vor dem Risiko von Sprengstoffanschlägen auf Wahllokale und Attentaten auf Kollaborateure am 18.-20. September — und dies ist bereits ein erkanntes Muster, das Russland seit 1999 perfektioniert.

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Голосування в Росії у 2024 році (Ілюстративне фото: Anatoly Maltsev / EPA)

Wenn am 18.-20. September auf den vorübergehend besetzten Territorien etwas explodiert, handelt es sich dabei wahrscheinlich nicht um eine Sabotage durch ukrainische Geheimdienste, sondern um eine geplante Inszenierung. Der Geheimdienst hat gewarnt: Russland bereitet Provokationen während der sogenannten Dumawahlen vor, um danach die Ukraine beschuldigen zu können.

Technologie statt Improvisation

Dem Geheimdienst zufolge wird das Szenario vorsichtig umgesetzt: Sprengstoffanschläge auf Wahllokale außerhalb der Betriebszeiten, um ein „Bild" ohne Massenverluste unter den eigenen Propagandisten zu erhalten. Sabotagen bei Transportmitteln, die Mitglieder von Wahlkommissionen befördern. Mögliche Attentate auf Kollaborateure – auf diejenigen, die ohnehin bereits das Vertrauen der Bevölkerung verloren haben.

Die Logik ist einfach: Echte Zerstörung ist nicht nötig, es geht um mediale Wirkung. Der Geheimdienst erinnert daran, dass während früherer Kampagnen in den besetzten Gebieten Dutzende lokaler Explosionen mit minimalen Schäden, aber maximaler Berichterstattung in Propagandakanälen registriert wurden.

Was der Kreml damit bezweckt

Der Geheimdienst nennt zwei praktische Ziele: die Repression gegen die lokale Bevölkerung zu rechtfertigen und eine neue Welle der Mobilisierung zu begründen. Es gibt auch ein drittes, strategisches Ziel – den Diplomatieprozess unter Vermittlung der USA zu sabotieren, indem man zeigt, dass Verhandlungen angeblich sinnlos sind, weil „die ukrainische Seite friedliche Menschen terrorisiert".

Solche Aktionen sind eine seit Jahrzehnten bewährte Praktik der russischen Obrigkeit, die Provokationen für psychologischen Druck und die Legitimierung besetzter Territorien nutzt.

Die Geschichte wiederholt sich

Der Geheimdienst zieht eine direkte Linie von den gegenwärtigen Risiken zu den Explosionen von Wohngebäuden in Russland 1999, zur Geiselnahme im Dubrovka-Theater 2002 und in Beslan 2004. Dies ist keine Analogie um der Dramatik willen – es ist das gleiche Instrumentarium: ein Ereignis schaffen, das weitere Maßnahmen der Obrigkeit rechtfertigt, unabhängig von den tatsächlichen Schuldigen.

Seit 2014 ist dieses Schema auch auf den besetzten Territorien der Ukraine erprobt: Autobomben, Beschuss von Infrastruktur, inszenierte Attentatsversuche vor Verhandlungen oder Abstimmungen.

Was Bewohner der besetzten Gebiete tun sollten

Der Geheimdienst rät konkret: vom 17. bis 21. September Menschenmengen meiden – Wahllokale, Verwaltungsgebäude, Militärinfrastruktur. Dies ist kein abstraktes „Seid vorsichtig"-Ratschlag, sondern ein klarer zeitlicher und räumlicher Orientierungspunkt für diejenigen, die gezwungen sind, in der Besatzung zu leben.

Die Frage ist, ob dieses Szenario dieses Mal so wirksam aufgehen wird wie zuvor – besonders angesichts von Daten über den Rückgang von Putins Zustimmungswerten und wachsende Proteststimmungen innerhalb Russlands, über die Selenskyj zuvor berichtet hat.

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