Schuiak unterzeichnete seine eigene Absetzung: Wie Madár die ungarische Verfassung in zwei Monaten umschrieb

Ungarns Präsident Tamás Sulyok unterzeichnete die 17. Änderung des Grundgesetzes, die seine eigenen Befugnisse vorzeitig beendet – und dies ist nur ein Punkt beim umfassenden Abbau des Orbán-Systems durch die verfassungsmäßige Mehrheit der Partei „Tisza".

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Тамаш Шуйок (Фото: Boglarka Bodnar/EPA)

Am Samstag unterzeichnete Ungarns Präsident Tamás Sulyok eine Verfassungsänderung, die seine eigenen Befugnisse beendet. Dies ist kein Paradoxon — es ist das Ergebnis eines fünftägigen Ultimatums: Nachdem das Parlament die 17. Änderung des Grundgesetzes mit 139 Stimmen gegen 6 verabschiedet hatte, hatte Sulyok genau fünf Tage Zeit, das Dokument zu unterzeichnen oder sein Veto einzulegen.

Nach Angaben von UNN betonte Sulyok in seiner Stellungnahme, dass er sein ganzes Leben lang von Respekt vor dem Recht geleitet wurde, und nannte die Verabschiedung der Änderung ein «schicksalhaftes nationale Frage», die über persönliche oder politische Interessen hinausgeht. Péter Magyar hatte bereits während des Wahlkampfs versprochen, von der „Fidesz" ernannte Beamte zu entfernen — und setzte dies durch eine direkte Verfassungsnorm um.

Was genau hat die Änderung bewirkt

Wie Lb.ua berichtet, ist die 17. Änderung ein Paket und keine einzelne Norm. Neben der Absetzung Sulyoks sieht das Dokument vor:

  • die Wiederherstellung einer Altersgrenze von 70 Jahren für Verfassungsrichter und eine Verkürzung ihrer Amtszeit von 12 auf 9 Jahre;
  • die Einführung einer Begrenzung der Parlamentszugehörigkeit — maximal 12 Jahre; Abgeordnete, die drei Legislaturperioden absolviert haben, können sich nicht erneut zur Wahl stellen — dies betrifft die Mehrheit der derzeitigen Fidesz-Abgeordneten;
  • die Verankerung des verfassungsrechtlichen Status einer neuen Antikorruptionsbehörde;
  • die Abschaffung des Vetorechts des Haushaltsrats;
  • die Absetzung des Vorsitzenden des Verfassungsgerichts Péter Polt.

Ungarische Medien bezeichneten das Gesetz als «lex Orbán»: Orbán regierte Ungarn etwa 20 Jahre lang insgesamt, und die neuen Beschränkungen machen seine Rückkehr zum Premierministerium unmöglich, wie Glavkom berichtet.

Orbáns Lager in Verwirrung

«Von nun an findet in Ungarn ein politischer Wettbewerb statt, bei dem mindestens die Hälfte der Abgeordneten von der Teilnahme ausgeschlossen ist»,

— erklärte Gergely Gulyás, der Anführer der Fidesz-Fraktion, unmittelbar nach der Abstimmung — und kündigte seinen eigenen Rücktritt als Fraktionsvorsitzender an.

Einige Tage vor der Abstimmung organisierte die Fidesz eine Demonstration unter dem Motto «Stopp der Willkür!» vor dem Präsidentenpalast Sándor. Dies war die erste öffentliche Mobilisierung der Partei in ihrer Rolle als Opposition nach 16 Jahren an der Macht.

Wie es mit dem Präsidentenamt weitergeht

Die Amtszeit Sulyoks endet am Tag nach der Veröffentlichung des Gesetzes im Amtsblatt. Bis zur Amtsübernahme des neuen Staatsoberhaupts — am achten Tag nach der Verkündung des Wahlergebnisses — werden die Aufgaben des Präsidenten von der Sprecherin des Parlaments wahrgenommen. Das Parlament muss innerhalb von 30 Tagen einen neuen Präsidenten in geheimer Abstimmung wählen. Kandidaten können nur die Fraktionen „Tisza" und „Fidesz" selbstständig nominieren — dafür sind mindestens 40 Unterschriften von Abgeordneten erforderlich.

Magyar deutete an, dass Ungarn in Zukunft zu direkten Präsidentschaftswahlen übergehen könnte — nach der Verabschiedung einer neuen Verfassung, die er als nächste Etappe der Reformen ankündigte.

Parallel zur internen Umstrukturierung im Parlament wurde ein Signal in Richtung Ukraine registriert: Nach Angaben von Glavkom blockierte Ungarn die Eröffnung von zwei Verhandlungscluster über den Beitritt der Ukraine zur EU und bestand auf einer Änderung der Formulierungen des Abschlussdokuments des Gipfels. Das heißt, der außenpolitische Kurs gegenüber Kiew bleibt auch unter der neuen Regierung ein Verhandlungsinstrument.

Wenn Magyar einen neuen Präsidenten aus den eigenen Reihen wählt und die Antikorruptionsbehörde bis zur nächsten Wahl etabliert — wird die Frage sein, ob er die Reformen ohne eine neue Verfassung irreversibel gestalten kann, oder ob sie nur Änderungen bleiben, die die nächste Mehrheit genauso schnell umschreiben kann.

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