Xi versprach, dem Iran keine Waffen zu liefern – doch Peking diskutierte vor dem Treffen bereits heimliche Lieferungen

Trump ist aus Peking zurückgekehrt mit zwei Erklärungen: China wird die Schifffahrt durch die Straße von Hormus unterstützen und 200 Boeing-Flugzeuge kaufen. Im Hintergrund – der amerikanische Geheimdienst hat Verhandlungen zwischen chinesischen Unternehmen und dem Iran über Waffenlieferungen über Drittländer festgestellt.

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Дональд Трамп та Сі Цзіньпін (Фото: EPA/Maxim Shemetov)

Der zweistündige Gipfel zwischen Trump und Xi in Peking endete mit einer Liste gegenseitiger Zusicherungen: Die Straße von Hormus soll offen bleiben, der Iran soll keine Atomwaffen erhalten, China soll keine Militärtechnik nach Teheran liefern. All dies — nur in Worten. Das Problem ist, dass der amerikanische Geheimdienst diese Worte vor dem Hintergrund konkreter Handlungen registriert hat.

Was Peking versprach — und was es vor dem Gipfel tat

Nach Trumps Aussagen versicherte ihm Xi Jinping persönlich, dass China keine Waffen an den Iran liefern werde.

«Er sagte, dass er keine Militärtechnik liefern wird. Das ist eine große Aussage»

— Donald Trump in einem Interview mit Fox News

Aber noch einen Monat vor dem Gipfel berichtete CNN unter Berufung auf Daten des amerikanischen Geheimdienstes: Chinesische Unternehmen führten Verhandlungen mit iranischen Vertretern über mögliche Waffenlieferungen über Drittländer — um die Herkunft der Technik zu verschleiern. Die chinesische Seite bestritt dies, gab aber keine Gegenargumente mit Beweisen ab.

Es ist bezeichnend, dass genau diese Diskrepanz zwischen öffentlichen Zusicherungen und Geheimdienst-Erkenntnissen das Hauptproblem der amerikanischen Delegation war. Der Außenminister Marco Rubio, der nach Peking flog, während er unter chinesischen Sanktionen stand, präzisierte gegenüber NBC News das Grundsätzliche: Washington bittet nicht Peking um Hilfe bei der Iran-Frage. Das heißt, Xis Hilfe ist keine Antwort auf eine Anfrage, sondern eine Geste des guten Willens. Der Unterschied ist wesentlich für das Verständnis, wer wem einen Dienst erweist.

Hormus: eine gemeinsame Position mit unterschiedlichen Motiven

Der offizielle Gipfelbeschluss im Weißen Haus verzeichnete: Beide Seiten einigten sich darauf, dass die Straße «offen bleiben muss für den freien Fluss von Energieträgern». China sprach sich auch gegen ihre Militarisierung und gegen die Einführung von «Mautgebühren» durch den Iran für die Schifffahrt aus.

Rubio erklärte die Logik Pekings bereits vor dem Gipfel: China ist eine exportorientierte Wirtschaft, seine Schiffe stecken in der Straße fest, und die Krise trifft Peking selbst. Das heißt, Xis Position zu Hormus ist keine Konzession an Trump, sondern der Schutz eigener Interessen. Das ist wichtig zu unterscheiden.

  • China kauft etwa 1,4 Millionen Barrel iranisches Öl pro Tag — und hat nicht die Absicht, davon abzuweichen.
  • Gleichzeitig äußerte Xi «Interesse» am Kauf von mehr amerikanischem Öl, um die Abhängigkeit von der Route durch die Straße von Hormus zu verringern.
  • Der Iran erklärte öffentlich, dass er möchte, dass China die Bedingungen einer möglichen Friedensvereinbarung mit den USA äußert — das heißt, Peking wird von Teheran als Vermittler betrachtet, nicht als neutrale Partei.

Boeing als messbares Ergebnis

Das konkreteste Ergebnis des Gipfels ist nicht Geopolitik, sondern ein Vertrag. Trump kündigte an, dass China sich zum Kauf von 200 Boeing-Flugzeugen bereit erklärt hat. Der CEO des Unternehmens, Kelly Ortberg, flog mit dem Präsidenten nach Peking. Zuvor führte Boeing Verhandlungen über den Verkauf von 500 Boeing 737 Max — die jetzigen 200 könnten die erste Tranche oder ein reduziertes Geschäft sein.

Für Trump ist dies ein innenpolitischer Gewinn: Arbeitsplätze, amerikanische Produktion, ein Ergebnis, das er den Wählern zeigen kann. Für Xi ist es ein Hebel: Jede künftige Eskalation gefährdet automatisch diesen Vertrag.

Was nicht erwähnt wurde

Rubio bestätigte auch, dass bei dem Treffen Taiwan und der Fall von Jimmy Lai — des zum 20 Jahren Gefängnis verurteilten Hongkonger Verlegers — erörtert wurden. Zu diesen Fragen wurden keine öffentlichen Vereinbarungen veröffentlicht.

Wenn der amerikanische Geheimdienst nach diesem Gipfel tatsächliche Lieferungen chinesischer Waffen an den Iran bestätigt, werden Xis Zusicherungen nicht zum diplomatischen Erfolg Trumps, sondern zu seiner persönlichen Verantwortung für einen Vertrag, den er ohne Verifikationsmechanismus unterzeichnet hat.

Weltnachrichten